Zistersdorfer Künstler als Trump-Fan. Für Heberling ist US-Wahl manipuliert, deshalb hat Trump seine volle Unterstützung.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 26. Dezember 2020 (11:35)
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Facebook-Beiträge von CNN und anderen amerikanischen Nachrichtensendern sind seit einigen Wochen ein beliebtes „Ziel“ des Künstlers Ronald „Hero“ Heberling, „All the while Biden has been in his cellar“, schreibt Hero mit Verweis auf eine Webseite unter einen CNN-Beitrag. Auf Deutsch: „Biden hat die ganze Zeit im Keller verbracht.“

Oft mehrmals täglich gibt Heberling seinen Kommentar unter Beiträge, die mit Trump oder der US-Wahl in Verbindung stehen, ab. Eines macht der Künstler dabei klar: Er ist ein großer Unterstützer Donald Trumps und will zugleich Joe Biden nicht als Präsident akzeptieren.

Heberling ortet Wahlmanipulation zugunsten Bidens im großen Stil: „Die Berichte über angebliche Wahlmanipulationen sind bei dieser US-Präsidenten- wahl ja sehr viel lauter als jemals zuvor“, sagt der Künstler, und: „Es heißt, es seien die Computer im großen Stil manipuliert worden und es seien angeblich unter dem Deckmantel von Covid-19 eine unüberschaubare Anzahl von Wahlkarten eingespielt worden, ohne die Echtheit der Wähler zu verifizieren.“

Dass er sich auf Facebook geradezu an einem Kampf der Lager Trumps und Bidens gegeneinander beteiligt, hat einen Hintergrund: Hero ist in Nordamerika aufgewachsen, erst vergangenes Jahr war er in Detroit. „Ich sehe das sicherlich mit anderen Augen“, sagt er.

Zudem sieht der Zistersdorfer einen Vorteil in der streithaften Auseinandersetzung auf Facebook: „Auf den sozialen Netzwerken geht es meiner Ansicht nach vor allem um den lebendigen Diskurs, um auch wertvolle Gegenargumente zu erfahren.“ Außerdem entspreche der Streit der amerikanischen Diskussionskultur. Jemanden bloßzustellen, sei dort auch bei Firmenfeieren gerne gesehene Praxis.

Dass Heberling auch schon als Unterstützter rechtsextremer amerikanischer Bürgermilizen bezeichnet wurde, lässt den Künstler kalt: „Nicht mehr als eine Provokation“, sagt er dazu. Facebook ist für „Hero“ ein undurchsichtiges Medium, wobei viele Akteure anonym oder mit falschen Namen agieren würden. „Deshalb kann man soziale Netzwerke maximal als Zeitvertreib betrachten, als spannendes Experiment des Diskurses.“