Reparieren statt in die Mülltonne im Bezirk Gänserndorf. Für Klimaschutz und Umwelt wird Weiterverwendung gefördert.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 16. Oktober 2019 (04:36)
Shutterstock/adriaticfoto
Der NÖ Reparatur-bonus stützt Haus-halte mit bis zu 100 Euro.Shutterstock/adriaticfoto

Es sind hauptsächlich Vintage-Reparaturen, die Heinz Aue in seinem Betrieb in Velm-Götzendorf durchführt. Im Klartext heißt das: Aue repariert viele alte Verstärker, Kassettenrekorder oder ähnliche Geräte. Einfach ist das allerdings nicht immer, denn oft fehlen für diese Geräte die Ersatzteile.

Damit viele neue Geräte langfristig instand gehalten werden, haben das Land NÖ, die Umweltverbände und die Wirtschaftskammer den „NÖ Reparaturbonus“ gestartet.

Dieser Zuschuss sieht eine Förderung bei Reparaturen von Haushaltsgeräten bis zu 100 Euro vor. „Die Ausbesserung von defekten Teilen stellt eine umweltfreundliche Alternative zu einem Neukauf dar. Sie trägt wesentlich zur Abfallvermeidung und somit auch zum aktiven Klimaschutz bei“, erklärt VP-Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf das Ziel der Aktion.

"Es gibt reges Interesse"

Der gewaltige Berg aus 13.000 Tonnen Elektro-Altgeräten, welche in Niederösterreich jedes Jahr in der kommunalen Abfallsammlung gezählt werden, soll so reduziert werden. Immerhin sind das 7,6 Kilo Elektroschrott pro Niederösterreicher. Problematisch ist dabei vor allem die Umweltbelastung, denn laut Wiener Zeitung sind in der Vergangenheit auch österreichische Elektrogeräte auf Müllhalden in Ghana gelandet. Dort werden die Geräte verbrannt, um an die wertvollen Metalle hinter dem Plastik zu gelangen.

Durch Wiederverwendung von technischen Geräten wird aber nicht nur die Umwelt geschont, auch Ressourcen werden gespart. Denn für jedes reparierte Elektrogerät muss kein Neues produziert werden.

Doch wie hat sich der im Juli eingeführte Reparaturbonus bisher bewährt? Wolfgang Ecker, WK-Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk, zieht eine positive erste Bilanz: „Die finanzielle Unterstützung wird sehr gut angenommen. Es gibt reges Interesse.“

Heinz Aue hat jedoch bisher noch keinen sehr großen Benefit der Aktion in seinem Betrieb bemerkt. Seiner Erfahrung nach zahlen sich Reparaturen vor allem bei hochpreisigen Geräten aus. Hier hat der Bonus allerdings wenig Wirkung. Andreas Vock aus Raggendorf führt generell viele Reparaturen durch, überrannt wurde er wegen der Subvention aber auch nicht. Im Unterschied zu Aue hat Vock häufig mit neuen Geräten zu tun. Viele Kunden rufen wegen ihres Geschirrspülers oder ihrer Waschmaschine an, denen das kalkige Wasser der Region zusetzen. Aue sieht für den Reparaturbonus in seiner Gemeinde jedenfalls noch Luft nach oben: „Es gibt viele Leute im Ort, die es machen würden, aber kein Internet haben.“ Um die Förderung in Anspruch nehmen zu können, muss nämlich ein digitales Formular ausgefüllt werden. Für viele Senioren sei das eine große Hemmschwelle.

Umfrage beendet

  • Defekte Geräte: Reparatur oder Neukauf?