Matzen-Raggendorf

Erstellt am 15. August 2018, 04:58

von Thomas Schindler

Jimmy Schlager: "Ich bin halt ein Gschichtldrucker“. Er macht erfolgreich Musik-Kabarett, obwohl er sich nicht als Musiker oder Kabarettist sieht: Jimmy Schlager aus Matzen.

Hans Peter Stadlbauer, besser bekannt als Jimmy Schlager, bei seinem Besuch in der Gänserndorfer NÖN-Redaktion.  |  Schindler

Er ist mittlerweile 52 Jahre alt, aber noch immer voller Elan und Tatendrang: Weinviertel-Barde Jimmy Schlager, neben Norbert Schneider das zweite musikalische Aushängeschild des Bezirks. Im NÖN-Interview spricht der Sänger und Entertainer, der sich selbst nicht als Musiker („Ich kann keine Noten lesen“) oder Kabarettist sieht, über sein erfolgreiches Musik-Kabarett.

NÖN: Sie und Ihre Band treten mittlerweile in ganz Österreich und sogar in Deutschland auf – aber nicht als Musiker, sondern als Musik-Kabarettisten. Warum?

Jimmy Schlager: Als Musiker wird man leider kaum wahrgenommen. Wenn man aber sagt, dass man Musik-Kabarett macht, öffnen sich plötzlich alle Türen. Dasselbe Problem hat man, wenn man eine Veranstaltung als Lesung ankündigt, was ich mit dem Literaten Martin Neid getan habe. Da kannst du gleich schreiben: „Bitte kommt nicht!“ Deshalb nennen wir auch dieses Programm Musik-Kabarett.

Sie sehen sich aber selbst weder als Musiker, noch als Kabarettist. Was sind Sie dann?

Jimmy Schlager: Ich bin halt ein Gschichtldrucker – und das kommt offenbar gut an. Wir spielen Musik und dazwischen erzählen wir lustige Andekdoten. Das ist unser Erfolgsrezept. Bei der Langen Nacht des Kabaretts hatten wir im Vorjahr über 40 Auftritte – dieses Format ist ein Segen für uns. Rechnet man alle unsere Veranstaltungen zusammen, kommen wir auf über 100 pro Jahr.

Das heißt, die Kasse klingelt. Oder doch nicht?

Jimmy Schlager: Wir können damit überleben, nicht mehr und nicht weniger. Was die Gagen betrifft, gibt es noch viel Luft nach oben. Das Problem ist auch, dass wir kaum im Radio gespielt werden. Unser Glück sind Internet und Facebook, wo wir unsere Termine bewerben. 97 Prozent unserer CDs verkaufen wir auf unseren Konzerten. Wir leben von diesen Einnahmen und jenen durch die Eintrittskarten.

Wie viele Besucher kommen mittlerweile zu Ihren Auftritten?

Jimmy Schlager: Zwischen 100 und 400. Einmal hatten wir sogar 700 Gäste. Ich kann schon sagen, dass es immer mehr werden, weil wir mit der Zeit eben immer bekannter werden. Wir breiten uns wie ein Geschwür aus.

Von Ihnen gibt es bereits vier CDs. Wann kommt die fünfte?

Jimmy Schlager: An dieser arbeiten wir gerade. Im Oktober werden wir sie im Studio aufnehmen, voraussichtlich im April 2019 wird sie erscheinen. So viel kann ich schon verraten: Sie wird wieder ein bisschen anders klingen als die vorigen. Wir werden den Einsatz der Blasinstrumente reduzieren, damit CD und Live-Konzerte künftig gleich klingen.

NÖN: Ist auch eine Live-CD geplant?

Jimmy Schlager: Ja, das ist eigentlich schon ein Ziel von uns – eine Live-CD mit allen alten Hadern. Irgendwann einmal ... schau ma mal.