Schweinbarther Bahn-Fans geben nicht auf. Wiederaufnahme des Betriebes am Schweinbarther Ast ist für Bürgerinitiative noch nicht vom Tisch. Der geplante Busbahnhof ist für die Grünen ein „Schildbürgerstreich“.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 07. Februar 2020 (06:26)
Landessprecherin Helga Krismer und Landtagsabgeordneter Georg Ecker (Die Grünen NÖ) luden zur Presseaktion am geplanten Gelände des Busbahnhofes Raggendorf. Mit dabei waren auch einige Vertreter der Bürgerinitiative.
Mauritsch

Die Plattform „Regionalbahn statt Bus“ wirbt mit einer Online-Petition für die Wiederaufnahme des Bahnbetriebes am Schweinbarther Ast. Die Unterschriften sollen bei den verantwortlichen Stellen im Land Niederösterreich, bei den ÖBB und beim VOR für Bewegung sorgen.

Große Hoffnungen setzt man hier offensichtlich auf die neue grüne Bundesministerin Leonore Gewessler. Mit ihrem Zitat „Schienen in die Zukunft legen“ verweist die Initiative darauf, dass Selbige hier bereits seit über 100 Jahren vorhanden sind. Man warte nur noch auf einen Neustart.

Grüne Krismer schlug bei Presseaktion vor Ort Alarm

Bereits seit Bekanntwerden der Einstellung des Bahnbetriebes im Frühjahr des vergangenen Jahres kämpft die Bürgerinitiative für den Erhalt der Bahn und vehement gegen die vom Land und VOR angebotene Busalternative. Mit der „Graz Köflacher Bahn“ präsentierte Gerhard Mayer und seine Mitstreiter einen potenziellen Betreiber für die Regionalbahn.

Mayer will sich aber nicht nur mit der Wiederaufnahme des Bahnbetriebes zufriedengeben, sondern verweist auf die Möglichkeit einer Einschleifung in die Laaer Ostbahn und damit eine Direktanbindung an das Wiener U-Bahn Netz in Wien-Leopoldau. „Die Regionalbahn Weinviertel kann das Rückgrat eines leistungsfähigen, umweltfreundlichen und zukunftsorientierten öffentlichen Verkehrssystems im südlichen Weinviertel werden“, so der Direktor der „Graz Köflacher Bahn“, Franz Weintögl, in einer Aussendung.

Dem Vernehmen nach liegt in den Amtsstuben der Gemeinden eine Einladung der Bürgerinitiative vor. Bei der nicht öffentlichen Veranstaltung soll am 17. Februar den Bürgermeistern das Konzept der „Graz Köflacher Bahn“ präsentiert werden.

Den geplanten Busbahnhof in Raggendorf als Umstiegsknotenpunkt hat sich Landessprecherin Helga Krismer und Landtagsabgeordneten Georg Ecker (Die Grünen NÖ) zum Schildbürgerstreich des Monats auserkoren. Bei einer Presseaktion vor Ort schlägt Krismer Alarm: „Hier wurde ein streng geschütztes Zieselvorkommen entdeckt, das durch den Bau des Busbahnhofes bedroht ist.“ Der Naturschutz werde mit Füßen getreten. Krismer bemängelte, ebenso wie Hermann Krenn von der Bürgerinitiative, dass der Sachverständige zum völlig falschen Zeitpunkt evaluiere, die Ziesel wären jetzt im Winterschlaf.