Alarm: Drogen am Spielplatz. Berauschte Jugendliche verursachen seit einigen Monaten mit lautstarker Musik und gefährlichem Müll großen Ärger. Gemeinde und Polizei suchen nach einer Lösung.

Von Michaela Fiala. Erstellt am 01. November 2018 (05:11)
NÖN
In der Nähe dieser Parkbänke wurde wieder einmal ein Drogen-Baggy gefunden. Dieses stellt für Kleinkinder eine große Gefahr dar.

Auf dem Spielplatz, der an den Kindergarten grenzt, ist seit vier Monaten mehrmals pro Woche die Hölle los. Musik dröhnt in voller Lautstärke aus den Boxen von Privatfahrzeugen. Stark betrunkene und zum Teil sogar durch Drogen berauschte Jugendliche beschmieren und zerstören Spielgeräte, auf denen sich eigentlich Kleinkinder austoben sollten. Highlight dieser ausufernden Partys ist offenbar das Eintreffen der Polizei.

Videos von den Blaulicht-Einsätzen werden von den Anwesenden sofort in den sozialen Netzwerken geteilt und verbreitet. Ein völlig entnervter Anwohner beklagt sich: „Der Lärm ist ein Wahnsinn, ich habe das Gefühl, die grölenden Leute sitzen bei mir im Garten.“ Auch Eltern, die den Spielplatz mit ihren Kindern besuchen, sind besorgt: „Glasflaschen von harten Getränken werden einfach auf den Boden geworfen, überall liegen Scherben herum. Die Polizei hat sogar schon ,Drogen-Baggys‘ sichergestellt.“

Verschiedene Maßnahmen werden geprüft

SP-Bürgermeister Herbert Porsch kennt das Problem: „Wir beordern fast täglich Gemeindearbeiter zum Spielplatz, diese beseitigen den Müll und reparieren die Schäden. Außerdem arbeitet die Gemeinde intensiv mit der Polizeiinspektion Leopoldsdorf zusammen.“

Die Gemeinde überprüfe nun gemeinsam mit der Behörde die Umsetzbarkeit verschiedener Maßnahmen. Eine mögliche Variante wäre die Verhängung einer Platzsperre. Eine Beleuchtung hält Porsch hingegen nicht für sinnvoll, denn die Vandalen würden diese zerstören und es fielen zusätzlich Kosten an. Der Einsatz von Streetworkern werde ebenfalls überlegt.

Auch Polizeikommandant Peter Scheichenberger ist das Problem bekannt: „Wir haben nicht genug Personal, um diesen Spielplatz intensiver zu überwachen. Eine Platzsperre ab einem gewissen Zeitpunkt würde uns die Möglichkeit geben, rechtlich einzugreifen.“ Damit wäre vermutlich das Problem an diesem Ort gelöst, die Jugendlichen würden aber einen anderen Platz in Beschlag nehmen.