Angriffe gegen Herbert Porsch gehen weiter

Zurückgetretener SPÖ-Bürgermeister soll Tochter von ÖVP-Vize gekündigt haben. Herbert Porsch stellt klar: „Vertrag war befristet.“

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 05:26
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Herbert Porsch muss sich weiterhin mit seinen Kritikern herumschlagen.
Foto: Thomas Schindler

Auch nachdem SPÖ-Bürgermeister Herbert Porsch und seine sechs Parteikollegen ihre Mandate niedergelegt haben, bleiben die Angriffe gegen den nunmehrigen Ex-Ortschef nicht aus: So kursiert jetzt zum Beispiel das Gerücht, dass Porsch die Tochter von ÖVP-Vizebürgermeister Walter Seehofer, die am Gemeindeamt arbeitete, rausgeworfen habe.

„Auch das stimmt nicht“, ärgert sich der Sozialdemokrat im NÖN-Gespräch: „Sie hatte einen befristeten Vertrag, der mit Jahreswechsel automatisch in einen unbefristeten übergegangen wäre.“ Dies habe er verhindert, in dem er die automatische Verlängerung außer Kraft setzte: „Nachdem es derzeit kein Ortsparlament gibt, wollte ich, dass der neue Gemeinderat, der Ende Jänner gewählt wird, über die weitere Anstellung entscheidet.“

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Vize muss entscheiden, wo Mahdalicek eingesetzt wird

Wann kommt eigentlich der ehemalige Amtsleiter Thomas Mahdalicek zurück? Wie berichtet , hatte dieser gegen seine Kündigung geklagt und den Prozess gewonnen. Porsch: „Angeblich am 29. November, bis dahin hat er noch Urlaub.“ Wo wird er eingesetzt? Sein einstiger Posten ist ja mittlerweile vergeben. Porsch: „Das muss Walter Seehofer entscheiden, er führt bis zur Wahl die Amtsgeschäfte.“ Mahdalicek wird auf jeden Fall sein volles Gehalt bekommen und irgendwo im Verwaltungsbereich tätig sein.

Seine Kritiker von der Opposition werfen Porsch vor, dass dieser im Fall Mahdalicek hohe Gerichtskosten verursacht habe. Auch diese Anschuldigung weist der SPÖ-Politiker entschieden zurück: „Die Verfahrenskosten hat der Kläger verursacht. Außerdem hatte nicht ich Mahdalicek gekündigt, sondern der Gemeinderat mittels eines Mehrheitsbeschlusses.“

Neuwahlen frühestens Ende Mai möglich

Warum legte eigentlich die SPÖ ihre Mandate nieder, um Neuwahlen zu erzwingen? Nachdem die Gemeinde noch immer kein beschlossenes Budget für 2020 hat, hätte die NÖ Landesregierung den Gemeinderat ohnehin demnächst aufgelöst. Porsch: „Ich war am 6. Oktober in St. Pölten. Dort hieß es, dass unser Gemeinderat frühestens Mitte Februar aufgelöst werde und Neuwahlen frühestens Ende Mai möglich wären.“ So lange wollte er nicht mehr warten.

Zur Erinnerung: Die knappe SPÖ-ÖVP-Mehrheit, mit der Porsch seit 2020 regiert hatte, zerbrach im März 2021, als ÖVP-Mandatar Rudolf Greul begann, konsequent mit der Opposition mitzustimmen.