Betretungsverbot: Arbeiten trotz Sperre?. Eigentlich wurde Reitstall 2016 geschlossen. Trotzdem stellte ein Bürger, der noch dazu der Gemeinde mit Klage droht, Wägen ein – mit Erlaubnis des Bürgermeisters.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 12. September 2018 (05:09)
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Im gesperrten Reitstall hat ein Bürger seine Wägen mit Heuballen abgestellt – nach Rücksprache mit dem SP-Bürgermeister.
privat

Seit fast zwei Jahren ist der Reitstall im Obersiebenbrunner Schlosspark wegen Einsturzgefahr gesperrt. Nun wurde ein NÖN-Leser darauf aufmerksam, dass in der Halle, für die ein Betretungsverbot besteht, gearbeitet wird. Die NÖN fragte bei SP-Bürgermeister Herbert Porsch nach.

„Gearbeitet wird dort nicht“, berichtigt Porsch: „Ich habe einem Bürger erlaubt, dass er dort kurzfristig sein Heu unterstellt, damit es bei den Regenfällen der letzten Wochen nicht nass wird.“ Es seien keine Menschen gefährdet worden, es gebe keinen geregelten Betrieb: „Es wurden natürlich auch Maßnahmen getroffen, damit das Dach nicht einstürzt. Für einen Reitstallbetrieb wäre die derzeitige Situation aber nicht geeignet.“ Brisant ist allerdings, dass just der Bürger, der sein Heu hier lagern darf, angeblich vor einem Rechtsstreit mit der Gemeinde steht.

Porsch bestätigt: „Das stimmt. Dieser Bürger hat, nachdem der Reitstall gesperrt worden war, diesen betrieben – allerdings ohne Gemeinderatsbeschluss. Von wem er den Auftrag dafür hatte, weiß ich nicht. Die Vorgänger-Regierung hat hier allerdings nur zugeschaut.“ Besagter Bürger wollte Geld von der Gemeinde für Arbeiten und Investitionen: „Es gibt aber nichts Schriftliches, deswegen suche ich das Gespräch und hoffe auf eine außergerichtliche Lösung.“

Umwidmung: Naturschutz auf Naturdenkmal

Porsch selbst habe kürzlich von der Bezirkshauptmannschaft erfahren, dass es, seit die Gemeinde den Grund 1999 erworben hatte, ein Betretungsverbot gab: „Aus Naturschutzgründen“, wie Porsch informiert. Wie die NÖN berichtete, war ja der Schlosspark aufgrund des hohen Bestandes an kaputten Eschen gesperrt worden.

„Ich habe bereits die Umwidmung von Naturschutz auf Naturdenkmal beantragt, die Verhandlung ist im Laufen“, so Porsch, der in weiterer Folge nach Nutzungsmöglichkeiten für den Park suchen will: „Davor muss aber eine Lösung für das Eschen-Problem gefunden werden.“