Bürger wegen Verkehrsbelastung auf Barrikaden. Die Bewohner der Bahnsiedlung wollen zugesagte Umfahrung.

Von Markus Szelnekovics. Erstellt am 16. Oktober 2019 (03:18)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Links: Ex-Bürgermeister Andreas Sinnhuber ärgert sich über „nicht eingehaltene Versprechen“.; Rechts: SP-Bürgermeister Herbert Porsch will weiter mit der Erzdiözese verhandeln.
Smax

Seit Montag der Vorwoche liegen die Nerven der Bewohner der Bahnsiedlung blank, sie fühlen sich hintergangen und belogen. Grund der Aufregung ist eine seit 2014 zugesagte Umfahrungsstraße, die nun doch anders kommen soll als versprochen.

Andreas Sinnhuber, ehemaliger Bürgerlisten-Ortschef, ist stinksauer: „Seit 2014 kämpfen wir Bürger der Bahnsiedlung um eine weitere Umfahrung im Zuge des Bahnausbaus. Uns wurde seither von allen Bürgermeistern und Vizebürgermeistern zugesichert, dass das Vorhaben positiv verläuft. Zuletzt bei der heurigen Projektvorstellung im Mehrzwecksaal der Gemeinde, wo ich meinem Unmut freien Lauf gelassen habe, als ich die kurze Variante am Plan sah.“ Dort habe ihm SP-Bürgermeister Herbert Porsch aber versichert, dass die „lange Version“ paktiert sei und komme.

"Werden mit der Erzdiözese weiterverhandeln"

Sinnhuber setzt fort: „Seit einigen Tagen werden wir informiert – leider nicht von der Gemeinde –, dass das Projekt scheitert. Porsch hat seit seinem Amtsantritt trotz mehrmaliger Aufforderung, auch seitens Gottfried Schätz‘ vom Erzbistum, das bereits paktierte Abkommen nicht weiterverfolgt, sondern einfach verschlampt.“

Die Bürger der Bahnsiedlung fordern die Einhaltung der Versprechen seitens der politischen Entscheidungsträger und der Erzdiözese. „Deswegen habe ich auch einen Brief an Kardinal Schönborn geschrieben“, berichtet Sinnhuber. Ein weiterer Mitstreiter ist Ferdinand Zöchling: „Nach einem Gespräch mit dem Projektleiter der ÖBB erfuhr ich, dass die Bahnüberführung mit der Straßenführung neben der Bahnsiedlung errichtet wird, da die Gemeinde anscheinend kein Interesse zeigt, den Verkehr von der Siedlung wegzubringen. Angeblich wurde der Vertrag mit dem Erzbistum für die vom Bürgermeister zugesagte Umfahrung im Juli abgesegnet und die Gemeinde hat bis jetzt nichts weiter unternommen.“

Stellungnahmen seitens der Gemeinde wurden mehrfach verschoben, schlussendlich gab Porsch jedoch ein kurzes Statement ab. „Wir werden über das Wochenende hinaus mit der Erzdiözese weiterverhandeln.“

Michael Prüller, Pressesprecher der Erzdiözese, entgegnet: „Wir verstehen die Sorgen der Bürger. Für eine gute Lösung braucht es Verhandlungen mit der Gemeinde über einen Grundtausch, der fair, wirtschaftlich vernünftig und ökologisch sinnvoll ist. Das haben wir auf eigene Initiative bereits dreimal versucht, haben aber dabei leider bislang keinen Erfolg gehabt. Wir sehen nun die Gemeinde am Zug.“