Ex-Amtsleiter schießt gegen Ex-Ortschef

Thomas Mahdalicek rechnet nach seinem gewonnenen Prozess gegen die Gemeinde Obersiebenbrunn mit Herbert Porsch (SPÖ) ab.

Erstellt am 05. Januar 2022 | 05:31
Lesezeit: 2 Min

Die für die Bürgerliste GO7 aktiven Brüder Thomas und Michael Mahdalicek gehen in einer Aussendung mit SPÖ-Bürgermeister Herbert Porsch hart ins Gericht. Hintergrund ist die Entlassung von Thomas Mahdalicek als Amtsleiter Ende Juli 2019. Mahdalicek hatte daraufhin den Gerichtsweg eingeschlagen und den Prozess gegen die Gemeinde gewonnen.

In einem Schreiben wollen die Brüder über „Bösartigkeiten und falsche Gerüchte“ gegen Thomas Mahdalicek aufklären. Als Amtsleiter (und noch SPÖ-Mitglied) habe Mahdalicek „Streit, Intrigen und Stillstand“ in der Gemeindepolitik erlebt und daraufhin die Liste GO7 gegründet. „Dann missbrauchte Porsch seine Macht als Bürgermeister und entledigte sich Mahdaliceks als Amtsleiter“, so die Brüder. „Ich habe mir in all den Jahren meiner Berufslaufbahn nie etwas zuschulden kommen lassen – der logische Weg war das Arbeitsgericht“, so Thomas Mahdalicek.

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„Offenbar steht den Brüdern Mahdalicek das Wasser bis zum Hals.“
Herbert Porsch Ex-SPÖ-Bürgermeister

Dass er nicht versichert war, für den Fall, dass er die Verhandlung verlieren würde, sei eine enorme psychische Belastung gewesen. „Ein sozialistisches Gemeinderatsmitglied meinte sogar: ,Den Prozess ziehen wir so lang raus, wie es geht. Den lassen wir ausbluten‘“, so Mahdalicek. Auch während der Verhandlung soll Porsch laut Mahdalicek Lügengeschichten aufgetischt haben: „Die Richterin mahnte ihn sogar ab und bezichtigte ihn des Amtsmissbrauchs.“ Im Endeffekt habe der Prozess die Gemeinde 200.000 Euro gekostet.

„Offenbar steht den Brüdern Mahdalicek das Wasser bis zum Hals“, reagiert Porsch. Es handle sich um ein „gehässiges Schreiben, das von Unwahrheiten geprägt ist“. Seine Sicht der Dinge: „Die Kündigung erfolgte aus rein fachlicher Hinsicht. Der Gemeinderat – und allen voran Heinrich Brandstetter mit seiner Partei LOS – waren mehrheitlich der Ansicht, sich vom fachlich überforderten Mitarbeiter Thomas Mahdalicek zu trennen. Die Kündigung erfolgte durch den Gemeinderat.“

Die Gründung der GO7 sei aus persönlichen Interessen geschehen. „Wie, dass sich Thomas Mahdalicek sein eigenes Gehalt auf 6.000 Euro pro Monat erhöhen wollte.“ Es sei bekannt, wie die GO7 mit Verantwortung umgehe: „Nichterscheinen zu Gemeinderatssitzungen und Blockade von Beschlüssen. Wenn Michael und Thomas Mahdalicek Politik machen wollen – warum nicht in ihrer Wohnsitzgemeinde Untersiebenbrunn? Es kann nicht sein, dass üble Nachrede und Anschuldigungen ohne Konsequenzen verbreitet werden dürfen“, schließt Porsch.