Fragwürdige Werkstätte: Pfuscher in der Gemeinde?. Gemeinde ließ hier Fahrzeuge reparieren. Bürgermeister geht nun den Vorwürfen nach.

Von Markus Szelnekovics. Erstellt am 04. September 2019 (06:00)
privat
Ein Fahrzeug der Gemeinde Obersiebenbrunn vor einer angeblichen Pfuscher-Werkstätte.

Die Marktgemeinde vergibt Fahrzeugreparaturen an einen Pfuscher – so der Vorwurf eines erbosten Bürgers (Name der Redaktion bekannt). Er wandte sich per Brief an die Redaktion und berichtet darin von dem vermeintlichen Schwarzbetrieb in einem Stadel in der Gemeinde.

SP-Bürgermeister Herbert Porsch wurde laut dem Verfasser schon Anfang des Jahres darauf aufmerksam gemacht, dass sich im Gebäude eine fragwürdige Werkstätte befinde. Für den Betrieb soll weder ein Gewerbe angemeldet noch eine Betriebsanlagengenehmigung für die Reparaturen ausgestellt sein.

Bisher sei jedoch nichts passiert. Es seien sogar diverse Fahrzeuge der Gemeinde im Stadel in Reparatur, zeigt sich der Autor des Schreibens verwundert. „Ein Wahnsinn ist ja, dass auch der Schulbus der Gemeinde dort repariert wird“, sagt der Schreiber weiter. Ob die Reparaturen dort fachgerecht durchgeführt werden und die Kinder im Fahrzeug sicher unterwegs sind, sei für ihn fraglich.

Firmeneigentümer gibt zu Vorwürfen keinen Kommentar ab

Auch in Bezug auf die Umwelt berichtet der anonyme Verfasser von Problemen: Öl von den Fahrzeugen könne im Lehmboden rund um den Stadel versickern. Erst vor Kurzem sei eine Spur bis in das Gebäude hinein zu sehen gewesen. Die NÖN unternahm einen Lokalaugenschein und kann den letztgenannten Vorwurf nicht bestätigen. Es handelt sich um eine betonierte Bodenplatte und nicht um einen Lehmboden.

Laut Online-Abfrage bei der Wirtschaftskammer hat das Unternehmen nur eine aufrechte Berechtigung für den Fahrzeughandel. Für den Verfasser des Schreibens ist dies problematisch, da somit etwa die Gemeinde keine korrekten Rechnungen erhalten würde. Die Firma dürfe rechtlich nur den Handel mit Teilen durchführen, aber keine Reparaturen.

Der Firmeneigentümer möchte zu den Vorwürfen keinen Kommentar abgeben. Bürgermeister Porsch: „Die Marktgemeinde Obersiebenbrunn hat, wie schon in der Vergangenheit, die gemeindeeigenen Autos in besagter Werkstätte servicieren lassen. Selbstverständlich gab es hierfür Rechnungen für die erbrachte Leistung, welche ordnungsgemäß verbucht und bezahlt wurden.“ Zu den Vorwürfen bezüglich Gewerbe und Betriebsstätte werde Porsch mit der Bezirkshauptmannschaft Gänserndorf Kontakt aufnehmen.

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