Gemeinde verlor Prozess

Der ehemalige Amtsleiter Thomas Mahdalicek konnte sich vor Gericht gegen die Marktgemeinde Obersiebenbrunn durchsetzen: „Es gab keinen Grund für meine Kündigung.“

Stefan Havranek Erstellt am 16. September 2021 | 05:34
Gemeinde verlor Prozess
Das Gericht hat entschieden: Thomas Mahdalicek (links im Bild) gewann den Prozess gegen die Marktgemeinde. SPÖ-Bürgermeister Herbert Porsch (rechts im Bild): „Das Urteil wird aufgrund der Rechtsstaatlichkeit von uns akzeptiert.“
Foto: NÖN-Archiv

Die politische Geschichte Obersiebenbrunns ist um ein Kapitel reicher: Der ehemalige Amtsleiter Thomas Mahdalicek war Ende Juli 2019 entlassen worden, weil SPÖ-Bürgermeister Herbert Porsch fehlendes gegenseitiges Vertrauen beklagte und Mahdalicek laut dem Kündigungsschreiben von Porsch „trotz mehrfacher Ermahnungen nicht bereit sei, seine Aufgaben wahrzunehmen, was aus dem Bericht des Landes über die Gebarungsprüfung hervorgehe“. Mahdalicek entschied, vor Gericht zu ziehen ( die NÖN berichtete ) und bekam nun recht.

„Ich möchte klarstellen, dass alle Gerüchte und Beschuldigungen gegen meine Person, die auch im Prozess behandelt und in der Urteilsniederschrift festgehalten sind, widerlegt wurden. Es gab keinen Grund für eine Kündigung“, berichtet Mahdalicek, der auch als geschäftsführender GO7-Gemeinderat tätig war. Das Ergebnis zeige die Rechtsprechung im Namen der Republik, dass das Dienstverhältnis zwischen Mahdalicek und der Marktgemeinde über den 31. Juli 2019 aufrecht ist.

„Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich bei meiner Frau und meiner Familie zu bedanken, die mich in dieser schwierigen Zeit immer unterstützt haben“, sagt Mahdalik, der sich auch bei Zeugen und Arbeitskollegen, den Ex-Bürgermeistern Kurt Steindl und Werner Pozarek, dem ehemaligen Vizebürgermeister Rudolf Greul, dem ehemaligen geschäftsführenden Gemeinderat Rudolf Grill, dem Rentmeister des Erzbistums, Gottfried Schätz, Gemeindeanwalt Werner Borns sowie dem Landesbediensteten Gerhard Feiertag bedankt, „die vor Gericht wahrheitsgerecht Rede und Antwort standen“.

„Mit Arbeitsleistung nicht zufrieden“

Porsch weilte zu Zeitpunkt der NÖN-Anfrage im Urlaub, äußerte sich aber zum Urteil: „Im April 2019 entschied sich der damalige Gemeinderat Obersiebenbrunn zur Kündigung des Dienstverhältnisses von Mahdalicek, da man mit der Arbeitsleistung nicht zufrieden war.“

Laut Porsch sind schwerwiegende Fehler und Versäumnisse passiert: „Aus Sicht des Gemeinderates war Mahdalicek kein verlässlicher Mitarbeiter mehr. Daraufhin klagte Mahdalicek seinen Arbeitgeber, die Marktgemeinde, auf Wiedereinstellung. Das Arbeitsgericht urteilte für einen Verbleib und dies wird von uns aufgrund der Rechtsstaatlichkeit akzeptiert.“