Kontroverse: Schlammschlacht bei GO7. In einem offenen Brief werfen ehemalige GO7-Mitglieder dem Parteiobmann Michael Mahdalicek Machtgehabe und Mobbing vor. Dieser beruft sich auf das Vereinsgesetz.

Von Michaela Fiala. Erstellt am 20. September 2018 (04:03)
GO7-Obmann Michael Mahdalicek weist auf das Mitspracherecht von Vereinsmitgliedern hin.
privat

Kürzlich landete in den Briefkästen der Gemeindebewohner ein von sechs ehemaligen GO7-Sympathisanten unterzeichneter „offener“ Brief. Die Verfasser üben harsche Kritik an der derzeitigen GO7-Führung unter Obmann Michael Mahdalicek.

Sie bemängeln, dass der Bewegung vor einigen Jahren der Vereinsstatus auferlegt wurde. Sie seien – obwohl sie vom ersten Tag an Beiträge einbezahlt hätten – keine Mitglieder und hätten kein Mitspracherecht bei den Entscheidungen. Weiters seien Personen, die dem Vorstand widersprochen oder dessen Interessen nicht vertreten haben, gemobbt und aus der Bewegung „entsorgt“ worden. Der Verfasser Karl Miskarik schließt mit den Worten: „Es tut weh, zusehen zu müssen, dass die Bewegung durch Machtgehabe und falschen Ehrgeiz zerstört wird.“

Statuten sorgen für geordneten Ablauf

Mahdalicek kontert: „Der Verein wurde gegründet, um ein Tohuwabohu zu vermeiden. Alle Abläufe – im Speziellen auch die Kassaführung – sollen in einer korrekten Form abgewickelt werden. Einmal jährlich wird ein Bericht erstellt, alle fünf Jahre ist eine Generalversammlung vorgeschrieben.“

Eine kleine Gruppe habe sich gegen diesen Schritt gewehrt und das Beitrittsformular – im Gegensatz zu vielen anderen – nicht unterschrieben. Diese Personen seien daher keine GO7-Mitglieder und hätten damit auch kein Stimmrecht. Fazit des Obmanns: „Die Verfasser des Briefes kennen sich beim Vereinsrecht nicht aus. Alle unsere Handlungen sind gesetzlich begründet.“

Der Bezirkshauptmannschaft-Bereichsleiter für Sicherheit & Ordnung gibt Mahdalicek recht: „Ob zahlende Mitglieder über ein Mitspracherecht verfügen, ist in den Vereinsstatuten verankert.“ Diese seien dem Gestaltungsspielraum des jeweiligen Vereins überlassen. Fördernde Mitglieder müssten nicht zur Generalversammlung eingeladen werden.

Der GO7-Obmann verwehrt sich auch gegen die Anschuldigungen, er habe Mitarbeiter aus der Partei „entfernt“: „Jeder darf sich einbringen, seine Meinung sagen und aktiv mitarbeiten.“ Er habe stets das Gespräch zu allen Mitarbeitern gesucht. Es sei jedoch seine Pflicht, persönliche Entscheidungen zu akzeptieren. Er werde seinen geradlinigen Weg weitergehen, dabei würden Vorgaben eingehalten werden.