Porsch im NÖN-Interview: "Suche Konsens“

Neuer SPÖ-Bürgermeister Herbert Porsch spricht offen über sein schwieriges Verhältnis zu Amtsleiter Thomas Mahdalicek, den er vorerst aber nicht versetzen will.

Erstellt am 16. Juni 2018 | 04:56
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Herbert Porsch, gebürtiger Obersiebenbrunner, ist verheiratet, hat drei Kinder und zwei Enkelkinder: „Wenn mich meine Ehefrau nicht unterstützen würde, könnte ich einpacken.“ Übrigens: Sein Vater war einmal SP-Vizebürgermeister.
Foto: Schindler

Seit 22. Mai ist Herbert Porsch Bürgermeister der Marktgemeinde. Im NÖN-Interview spricht der 58-jährige SPÖ-Politiker unter anderem über die schwierige Situation mit seinem Amtsleiter.

NÖN: Vergangene Woche wurde im Gemeinderat über die Zukunft von Amtsleiter Thomas Mahdalicek abgestimmt. Zehn Mandatare waren für eine Versetzung, sieben dagegen. Muss er nun gehen?

Porsch: Nein, überhaupt nicht. Es wurde lediglich beschlossen, dass man ihm die Verwendung als Verwaltungsbediensteter entzieht und dass über die Frist bzw. weitere Verwendung der Bürgermeister entscheidet.

Nennen wir das Kind beim Namen: Ist Ihr Problem, dass Mahdalicek als geschäftsführender Gemeinderat der Bürgerliste GO7 einer gegnerischen Partei angehört?

Porsch: Das Problem ist, dass er kein Vertrauen zu mir hat und ich keines zu ihm. Das ist der Stand der Dinge. Das Ganze kann sich natürlich ändern. Mein Ziel ist nun, alle politischen Querelen zu glätten – da nehme ich die SPÖ nicht aus. Nach zehn Jahren Streit müssen wir jetzt endlich Ruhe in die Gemeindepolitik bringen.

Das heißt, dass Mahdalicek bis auf Weiteres Amtsleiter bleibt?

Porsch: So ist es. Und ich übernehme einen Teil der Amtsleiter-Geschäfte. Klar bekommt man als Bürgermeister Macht – man muss diese aber nicht immer ausspielen. Ich werde auf jeden Fall den Konsens und das Miteinander suchen. Wenn aber andere stur bleiben, muss ich ohnehin allein eine Entscheidung treffen.

Sie haben einen Hauptberuf bei Konica-Minolta und sind Laienrichter am Wiener Arbeits- und Sozialgericht. Werden Sie genug Zeit für das Bürgermeister-Amt haben?

Porsch: Ja. Bei Konica-Minolta bin ich seit 2005 Betriebsratsvorsitzender und somit dienstfreigestellt. Am Gericht, wo ich bereits seit 2007 tätig bin, werde ich in naher Zukunft aufhören, also habe ich genug Zeit für die Gemeinde.