Schlägerung: Viel Wirbel wegen Wald. GO7 stellt Plan der Gemeinde in Frage, Ortschef begrüßt neue Bewirtschaftung.

Von Michaela Fiala und Natascha Steiger. Erstellt am 22. März 2019 (04:35)
Beim Rebschulweg werden derzeit viele Bäume gefällt.
privat

GO7-Bürgerlistenchef Michael Mahdalicek sorgt sich um den Waldbestand in der Gemeinde. Er beklagt im NÖN-Gespräch: „Vor drei Wochen begannen großflächige Kahlschlägerungen beim Rebschulweg in Richtung Siebenbrunner Heide sowie auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Es wurden gesunde Bäume gefällt, darunter vermutlich auch 220-jährige Eichen.“

Michael Mahdalicek, GO7-Bürgerlistenchef, beklagt „großflächige Kahlschlägerungen“ in der Gemeinde.
Schindler

Der GO7-Obmann stellte daher kürzlich einen Antrag auf eine Sonder-Gemeinderatssitzung. Dieser enthält die Forderung, dass der Beschluss für die Waldschlägerungen rückgängig gemacht und die Arbeiten sofort gestoppt werden müssen. Mahdalicek räumt ein, dass er zwar im Vorjahr zugestimmt habe, dass die Landwirtschaftskammer einen Maßnahmenplan für eine nachhaltige Bewirtschaftung erstellen soll, aber diese Umsetzung sei nicht in seinem Sinn: „Es ging um Waldbewirtschaftung und Pflege sowie um die Schlägerung kranker Bäume. Die Art des derzeitigen Eingriffs verkraftet der Wald jedoch nicht.“

Gemeinde plant eine Hackschnitzelanlage

Mahdalicek habe einen sanften, professionellen und nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen sowie eine Auslichtung gewollt, nicht aber eine Ausrottung der Bäume. Er warnt auch vor dem Plan einer Wiederaufforstung – diese sei schon vor 20 Jahren wenig erfolgreich gewesen. Der GO7-Politiker befürchtet, dass die Bäume aus reiner Profitgier gefällt und anschließend zu Brennmaterial für eine geplante Hackschnitzelanlage verarbeitet würden.

Was sagt SP-Bürgermeister Herbert Porsch zu den Vorwürfen? „Das Ausmaß der derzeitigen Rodungen ist verschwindend gering. Nach jahrelanger unprofessioneller Bewirtschaftung wurden jetzt endlich Experten mit der Pflege des Waldes beauftragt.“

SP-Bürgermeister Herbert Porsch bezeichnet die Rodungsfläche als „verschwindend gering“.
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Mahdaliceks Bedenken, dass die gefällten Bäume zu Hackschnitzeln verarbeitet werden könnten, sind für den Ortschef nicht nachvollziehbar: „Es gibt bisher nur einen Grundsatzbeschluss für den Bau einer solchen Anlage, das Projekt steht noch in der Planung. Im Falle einer tatsächlichen Errichtung wird ein Standort auf einem Grundstück der Marktgemeinde hinter dem alten Kindergarten ins Auge gefasst.“

Er sei an keinerlei Profiterwirtschaftung interessiert, für ihn stehe vielmehr eine schöne Pflege des Waldes im Vordergrund. Die Vermarktung der gerodeten Bäume sei in der Planung der Landwirtschaftskammer bereits berücksichtigt worden. Diese würden an den Bestbieter verkauft werden.