240 Baxter-Jobs in Gefahr. Pharmaindustrie / Baxter verkauft Impfstoffsparte in Österreich um 473 Millionen Euro an Konkurrenten Pfizer. Betroffene Mitarbeiter erhalten Jobgarantie für nur ein Jahr.

Erstellt am 06. August 2014 (10:11)
NOEN, APA

Der US-Pharmariese Baxter trennt sich für 473 Millionen Euro von seiner Impfstoffsparte. 240 der insgesamt über 4.000 Baxter-Mitarbeiter in Österreich sollen zum Käufer Pfizer wechseln. Sie erhalten eine Jobgarantie für ein Jahr. Die betroffenen Impfstoffe sollen weiterhin in Orth hergestellt werden.

„Die betroffenen Arbeitsplätze bleiben erhalten und Mitarbeiter werden ihre jetzigen Positionen behalten, jedoch bei Inkrafttreten des Vertrages zu Mitarbeitern von Pfizer werden“, erläuterte ein Baxter-Sprecher.

Es werde in den zwölf Monaten nach Inkrafttreten des Vertrags für die rund 240 Mitarbeiter in Österreich, die von Baxter zum Käufer überwechseln, keine Änderungen geben.

Impfstoff-Herstellung auch in Zukunft in Orth 

Auch für den Produktionsstandort Österreich erwartet Baxter keine Auswirkungen, weil beide Impfstoffe weiterhin in Orth hergestellt werden sollen. Die betroffenen Anlagen gehen mit dem Deal in das Eigentum von Pfizer über. „Österreich bleibt ein wichtiges Land für Baxter“, betonte der Sprecher. Heuer werden rund 80 Millionen Euro in Wien und Orth investiert.

Bereits seit dem Frühjahr sind die Pläne von Baxter bekannt, das Impfstoffgeschäft mit einem Umsatz von zuletzt 300 Millionen Dollar im Jahr zu verkaufen. Zusammen mit der Investmentbank Goldman Sachs suchte das Unternehmen nach Käufern für die Sparte, in der Baxter über 20 Arzneimittel erforscht und entwickelt. Der Verkauf umfasst laut Angaben von Baxter den Geschäftszweig der kommerziellen Impfstoffe des Unternehmens.

Der Verkauf könnte aber nur ein erster Schritt sein. In der Aussendung des Unternehmens heißt es: „Baxter untersucht weiterhin strategische Optionen, einschließlich des Potenzials der Partnerschaft oder der Veräußerung seines F&E-Entwicklungsprogramms, das sich auf Grippe und Borreliose spezialisiert.“ Pfizer und Baxter gehen davon aus, den Deal bis Ende 2014 abzuschließen.