Edith Klauser ist die neue starke Frau in Au. Nationalpark-Direktorin Edith Klauser spricht über ihr neues Amt.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 13. März 2019 (04:20)
Havranek
Edith Klauser stammt aus einer Bergbauernfamilie in Türnitz (Bezirk Lilienfeld). Die Donau-Auen lernte sie in ihrer Studienzeit an der BOKU kennen und lieben. Ihre Verbundenheit zur Natur kann sie nun als Nationalpark-Direktorin ausleben.

Nachdem Carl Manzano über 22 Jahre die Geschicke im Nationalpark Donau-Auen gelenkt hatte, übernahm Anfang Februar Edith Klauser die Führung. Sie ist übrigens erst die zweite Person, die den Nationalpark leitet. Im NÖN-Interview spricht sie über ihre Pläne, ihren Werdegang und ihre Naturverbundenheit.

NÖN: Was können Sie nach gut einem Monat im Amt über Ihren neuen Job sagen?
Klauser: Auf jeden Fall, dass ich hier von einem professionellen, engagierten Team sehr freundlich aufgenommen wurde – das macht den Einstieg leicht. Auch Carl Manzano steht mit Rat und Tat zur Seite, er wickelt aktuell auch noch zwei Projekte ab.

Ihr Vorgänger war bisher der einzige Direktor des Nationalparks Donau-Auen – ein schweres Erbe?
Carl Manzano hat ein wertvolles Fundament geschaffen und ich will die Entwicklung weiterführen. Konkret gibt es den neuen Managementplan, der seit 2019 gilt und der den Weg für die nächsten zehn Jahre zeichnet. Diese strategischen Ziele gilt es, mit entsprechenden Maßnahmen umzusetzen.

Welche Prioritäten gibt es?
Ein Schwerpunkt ist die Natur- und Umweltvermittlung. Wir wollen mehr Besucher, vor allem Jugendliche und Menschen mit besonderen Bedürfnissen, für den Nationalpark begeistern, ins Bewusstsein vordringen und die Besonderheiten des Naherholungsgebiets hervorheben. Die Schlossinsel und das Erlebnisgelände sollen ab Herbst barrierefrei werden. Mit dem Rollstuhl kann man dort jetzt schon hin, aber wir wollen Erlebnisse schaffen. Ich freue mich schon sehr auf den Saisonauftakt am 21. März mit der Eröffnung der Schlossinsel oder das große Familienfest am 28. April, bei dem ich viele Menschen kennenlernen werde.

Was sind weitere Schwerpunkte?
Das Geschiebemanagement und die Gewässervernetzung der Donau nehmen einen hohen Stellenwert ein. Die Donau soll frei fließen, wie vor der Regulierung. Auch das Naturraummanagement ist mir wichtig, der Prozessschutz ist vorrangig, wir wollen Eingriffe reduzieren, die Natur Natur sein lassen. Auch das Miteinander in der Region liegt mir am Herzen. Der Nationalpark ist keine Insel, wir müssen gut mit Gemeinde, Beiräten und Bürgern auskommen.

Wir wollen mehr Besucher, vor allem Jugendliche und Menschen mit besonderen Bedürfnissen, für den Nationalpark begeistern

Manzano sagte, eine der Herausforderungen werde die Finanzierung des Nationakparks sein.
Die Basisfinanzierung ist nach wie vor am Stand von 2001, ohne Indexanpassung. Öffentliche Ressourcen werden aber immer knapper, deswegen wird es für die Verwaltung weiter ein großes Thema sein, Drittmittel zu aquirieren. Ich habe mich in meinem Job im Rechnungshof mit EU-Subventionen beschäftigt, es werden einige Förderprogramme wirksam.

War es Ihr Traum, Nationalpark-Direktorin zu werden?
Ich hätte mir das niemals erträumen lassen. Ich bin als Kind einer Bergbauernfamilie aufgewachsen, war immer draußen oder im Stall und habe gelernt, von und mit der Natur zu leben. Als ich mit 18 zum Studieren nach Wien kam, bin ich immer raus in die Natur – in die Donau-Auen oder den Wienerwald – „geflüchtet“. Damals habe ich meine Begeisterung für diese Landschaft entwickelt.