„Nowo“ kümmert sich um Senioren. Alt-Landtagspräsident Herbert Nowohradsky wirft einen Blick auf die Politik.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 01. Oktober 2018 (04:22)
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Herbert Nowohradsky war Lehrer, Direktor, VP-Bürgermeister, Landtagsabgeordneter und Landtagspräsident. Das Wesen der Politik ist für ihn Entscheidungen zu treffen, oftmals auch unangenehme.

Die Freude an der Politik hat Alt-Landtagspräsident Herbert Nowohradsky auch nach mehreren Jahrzehnten nicht verloren. Derzeit ist er Landesobmann des NÖ Seniorenbundes und nimmt sich der Interessen der älteren Generationen an.

Nowohradsky ist in der Region um Hauskirchen kein Unbekannter: Der ehemalige Lehrer, Direktor und Bürgermeister der Gemeinde hatte in den Jahren 2008 bis 2011 auch das Amt des Landtagspräsidenten inne. Im NÖN-Gespräch resümiert Nowohradsky: „Im Jahr 1980 wurde ich mit 30 Jahren zum damals jüngsten Bürgermeister Niederösterreichs gewählt“. Da Land und Gemeinden wichtige gemeinsame Aufgabenbereiche haben, entschied sich er sich 13 Jahre später, auch im Landtag tätig zu sein. Er wollte die Politik mitgestalten.

"Ich war oft in Gemeinden unterwegs"

Seine Zeit im Landtag war von vielen Gesprächen geprägt: „Ich lernte zahlreiche Menschen kennen und war oft in den Gemeinden unterwegs.“ Die Arbeit sei eine große Herausforderung gewesen, denn er musste in einem riesigen Bezirk mit 44 Gemeinden viele Kontakte knüpfen. Bodenständigkeit war ihm stets wichtig: „Als Abgeordneter darf man nicht abgehoben sein. Ich habe versucht, auf die Menschen zuzugehen. Die Bürger legen viel Wert darauf, dass ihr Vertreter im Landtag auch als persönlicher Ansprechpartner erreichbar ist.“

Was die direkte Kontaktaufnahme betrifft, hat sich natürlich im Laufe der Jahre einiges verändert: „Man kann heute schneller mit den Menschen Kontakt aufnehmen und gleichzeitig viel mehr Personen gleichzeitig erreichen.“ Die Neuen Medien hätten aber nicht nur Vorteile, auch „Fake News“ könnten dadurch schneller verbreitet werden.

Abschließend erläutert Nowohradsky, welche Aufgaben in der Politik besonders schwierig sind: „Es müssen manchmal auch unangenehme Entscheidungen getroffen werden. Dafür ist es notwendig, die Beweggründe ausführlich und verständlich zu erläutern“, schließt das Polit-Urgestein.