Mehr Transparenz bei Wasser gefordert. Global 2000 fand mehr als 40 verschiedene Pestizide in Mühlbach. Trotz hoher Werte besteht keine Gefahr für Gesundheit.

Von Markus Glück. Erstellt am 16. September 2014 (09:18)
Margot Linke, Amrita Enzinger und Helmut Burtscher wollen, dass die Bürger mehr Einblick beim Trinkwasser erhalten.
NOEN, Glück

Global 2000 untersuchte in einer flächendeckenden Studie stichprobenartig Gewässer in ganz Österreich. Besonders schlechte Werte wurden im Weinviertel beim Mühlbach in Deutsch Wagram und beim Rußbach gemessen. „Mit bis zu 40 verschiedenen Pestiziden haben wir eine alarmierend hohe Belastung festgestellt“, berichtet Global 2000-Chemiker Helmut Burtscher.

„Haben sehr niedrige Grenzwerte“

Trotz der hohen Werte, besteht aber noch keine Gefahr für die Gesundheit: „Im internationalen Vergleich haben wir sehr niedrige Grenzwerte.“ Burtscher gibt auch zu bedenken, dass sehr viele Pestizide, sehr lange im Wasser zu finden sind, und nennt dafür als Beispiel Atrocin. „Fast 20 Jahre nach dem Verbot finden wir immer noch Spuren“, so Burtscher.

Das Bewusstsein für den Umgang mit Wasser und dem Trinkwasser im Speziellen möchte auch die Landtagsabgeordnete Amrita Enzinger schärfen: „Viele Gemeinden informieren zu wenig über das Trinkwasser. Haben Sie schon einmal versucht, einen Wasserprüfbericht von der Gemeinde zu bekommen? Das ist beinahe unmöglich.“

„Man will die Bürger für dumm verkaufen"

Für Enzinger machen es sich die Behörden und die Gemeinden zu einfach, denn laut der Abgeordneten, haben „Bürger das Recht zu erfahren, was in ihrem Trinkwasser ist.“ Ähnlich sieht es Burtscher: „Man will die Bürger für dumm verkaufen, wir zahlen genug Gebühren, also haben wir auch das Recht auf Information.“

Gemeinsam mit Global 2000 fordern die Grünen die Behörden auf, dass die Liste der Pestizide, die bei behördlichen Proben getestet werden, erweitert wird. „Manchmal habe ich das Gefühl man möchte gar nicht genauer untersuchen, denn wo kein Kläger ist, da ist auch kein Richter“, meint Purtscher.