Not führte zu Einfall: Heudorn gründete "Wauzmobil". Nach langer Arbeitssuche ist Anton Heudorn nun sein eigener Herr.

Von Lisa Unterreiter. Erstellt am 01. Februar 2020 (05:34)
Sowohl der Vierbeiner Aron als auch sein „Herrl“ haben ihren Platz gefunden. Nun fährt Anton Heudorn mit seinem „Wauzmobil“ durch das Marchfeld und bietet ein umfangreiches Pflege-Programm an.
privat

Anton Heudorn arbeitete zehn Jahre im Pharma-Bereich. Als er überraschend seinen Job verlor, dachte er, es sei einfach einen anderen zu finden – immerhin konnte er viel Erfahrung aufweisen. Dem war allerdings nicht so.

Ein halbes Jahr suchte Heudorn nach einer vergleichbaren Position und erhielt ausschließlich Absagen. Die Begründung? Er sei mit 48 Jahren zu alt. Diese Tatsache war für ihn eine große Belastung und er tröstete sich mit Erinnerungen an seine treue Wegbegleiterin in Jugendzeiten – seine Hündin Anika. So beschlossen er und seine Frau, erneut einen Hund zu adoptieren, der den Namen „Aron“ trägt. Das Schicksal meinte es auch mit ihm nicht immer gut, da er dreimal ins Tierheim gebracht wurde, bis er bei Familie Heudorn sein Zuhause fand (die NÖN berichtete). „Ich habe Parallelen entdeckt. Auch ihn wollte keiner nehmen“, erinnert sich Heudorn.

Durch Aron verbrachte Heudorn mehr Zeit im Freien, sah dem Vierbeiner beim Spielen zu und konnte die Jobsuche für einige Augenblicke vergessen. Sein neues Familienmitglied spendete aber nicht nur Trost, sondern lieferte auch die Idee für ein Geschäft, das es noch nicht gab: einen mobilen Hundesalon, der es den Kunden ermöglicht, ihr Heim nicht verlassen zu müssen. Aus der vagen Idee wurde rasch Wirklichkeit: Heudorn absolvierte eine Ausbildung, erwarb ein Fahrzeug, erstellte Pläne für den Umbau und holte Informationen ein.

Innerhalb von sechs Wochen war aus der Idee Realität geworden und „Tonis mobiler Hundesalon – das Wauzmobil“ – startete. Anton Heudorns Alltag änderte sich radikal: „Früher lebte ich nur von Wochenende zu Wochenende, jetzt freue ich mich auf jede neue Arbeitswoche“, so der Hundestylist.

So wurde durch den unangenehmen Jobverlust eine Marktlücke gefüllt. „Mir wurde klar, dass die Zeit viel zu kostbar ist, um sie für Dinge, die ich nicht will, zu vergeuden. Für kein Geld der Welt würde ich wieder zurück“, freut sich Heudorn.