Ärzte sauer auf Ebhart in Strasshof. Bürgerlisten-Chef behauptete, dass zwei von drei Ordinationen keine neuen Patienten mehr aufnehmen würden. „Das ist völlig falsch“, so die Mediziner.

Von Manuel Mattes. Erstellt am 25. Januar 2020 (04:55)
Die Ärzte Philipp Balga, Brigitte Lunzer, Johann Cserko und Ute Kren. NÖN
Die Ärzte Philipp Balga, Brigitte Lunzer, Johann Cserko und Ute Kren.

Die Allgemeinmediziner Johann Cserko, Philipp Balga, Ute Kren, und Brigitte Lunzer zeigen sich empört über die Aussagen von Bürgerlisten-Chef Paul Ebhart. Dieser hatte nämlich behauptet, dass zwei von drei Ärzten mit Kassenverträgen per Aushang kundgemacht hätten, keine neuen Patienten mehr aufzunehmen.

„Das ist falsch. Wir nehmen alle Patienten – und zwar nicht nur jene aus Strasshof, sondern auch die aus anderen Gemeinden. In Strasshof gibt es vier Allgemeinmediziner an drei Standorten“, so die Ärzte einhellig. Von montags bis freitags zwischen 7 und 19 Uhr stehe immer ein Arzt zur Verfügung, was auch daran liege, dass man sich untereinander gut koordiniere. Man halte die Ordinationen sogar freiwillig länger geöffnet als vorgeschrieben.

"So einfach ist es nicht"

Wie stehen sie zur Forderung Ebharts nach einer weiteren Kassenstelle? „So einfach, wie er (Ebhart, Anm.) sich das vorstellt, ist es nicht. Viele Kassenplanstellen anderorts sind schon seit Monaten unbesetzt, weil sie keiner übernehmen möchte. Das liegt an der überbordenden Bürokratie“, so Balga, Kren, Cserko und Lunzer weiter.

Und: „Uns geht es ums Patientenwohl und es ist nicht in Ordnung, dass so ein Thema in den Wahlkampf hineingezogen wird.“ Was sagt Ebhart zu den Vorwürfen der Mediziner? „Der Aushang bei Dr. Balgas Ordination vermittelte den Eindruck, dass nie mehr ein neuer Patient dort aufgenommen wird, weil keine zeitliche Befristung des Aufnahmestopps angeführt war.“ Er werde weiter für eine zusätzliche Kassenstelle kämpfen. Nur weil es anderorts Probleme gebe, müsse das nicht auch in Strasshof der Fall sein.

Balga kontert: „Auf dem Aushang stand damals, dass nur ,derzeit‘ keine neuen Patienten genommen werden. Es wurde bei Nachfrage von uns auch ganz klar kommuniziert, dass es sich dabei um keinen Dauerzustand handelt. Wenn Ebhart Falsches behauptet, muss man das klarstellen.“