Tauziehen um Bodenzeile in Gänserndorf. Grüne dagegen, dass Gewerbepark zur Zentrumszone wird. Die ÖVP wiederum sieht nur Vorteile.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 14. August 2019 (02:30)
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Grünen-Gemeinderätin Beate Kainz: „Bei Starkregen steht der Parkplatz jetzt schon unter Wasser.“

Die geplante Neugestaltung der Raumordnung, vor allem der Umstand, dass das Gewerbegebiet in der Bodenzeile zur Zentrumszone erklärt werden soll, stößt den Grünen sauer auf. Sie befürchten mehr Parkplätze und somit mehr Versiegelung des Bodens. VP-Bürgermeister René Lobner versucht, zu beruhigen.

Grünen-Fraktionssprecherin Beate Kainz: „Wir alle erinnern uns noch an die Zeit, in der es Gemeinden erlaubt war, Einkaufszentren auf der grünen Wiese zu errichten.“ Das Land NÖ habe auf diesen Wildwuchs reagiert und festgelegt, dass Shopping-Center nur noch in Zentrumszonen geplant werden dürfen, so Kainz.

„In Gänserndorf soll nun die Zentrumszone ausgedehnt werden – mit dem Ziel, die vorhandene Geschäftszeile bis zur Wiese gegenüber der Volksschule zu vergrößern“, ärgert sich die Grüne. Und weiter: „Der bereits vorhandene, zum Kreisverkehr ausgerichtete Parkplatz wird erweitert – offensichtlich, um noch attraktiver für den motorisierten Verkehr zu werden.“

 Kainz: "Kleinbetriebe werden geschwächt"

 Werden die Pläne ohne Anpassungen umgesetzt, können mit Geschäften und den dazugehörigen Parkflächen rund zwei Hektar vollständig verbaut werden, rechnet Kainz vor: „Die komplette Versiegelung der Fläche ist in der Praxis aber sicherlich nicht möglich, weil schon der jetzige Parkplatz nach Starkregen teilweise unter Wasser steht – trotz der vorhandenen Versickerungsgräben.“

Ganz grundsätzlich sei zu hinterfragen, ob diese Planungen noch zeitgemäß sind: „Nicht nur, dass große Handelsbetriebe die Kaufkraft aus dem Zentrum abziehen und vorhandene Kleinbetriebe schwächen – geplant wird für eine optimale Anreise mit dem Auto.“ Fast scheine es, als wollen die Planer mehr Verkehr erzeugen, um der geplagten Bevölkerung in Folge weitere Straßen zur Entlastung versprechen zu können, vermutet die Grüne.

Stadtchef Lobner wiederum kann die Aufregung nicht nachvollziehen: „Die Gemeinde bemüht sich schon seit SP-Bürgermeister Johann Karl, die Zentrumszone auszuweiten, so könnte das besagte Gewerbegebiet vergrößert werden.“ Die Vorteile liegen für Lobner auf der Hand: „Das Areal wird attraktiviert, es werden neue Arbeitsplätze geschaffen und die Gemeinde kann mehr Kommunalsteuer lukrieren.“

Zu den von den Grünen prognostizierten Überflutungen werde es auch nicht kommen: „So ein Projekt braucht natürlich ein eigenes Entwässerungskonzept.“ Und abschließend: „Für großflächige Geschäftslokale gibt es auf der Bahnstraße keinen Platz, im Gewerbegebiet aber schon.“