Riesige Cannabis-Plantage in Velm-Götzendorf entdeckt. Ein Brand in Bad Fischau zog Spuren bis in Weinviertler Gemeinde. Brandermittler fanden dort Hinweise auf eine Cannabis-Aufzuchtanlage.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 14. April 2021 (18:30)
Symbolbild
APA (dpa/Archiv)

Die Einvernahme der Verdächtigen brachte zutage, dass auch in Velm-Götzendorf eine Cannabisanlage betrieben wurde.

Wie die Landespolizeidirektion Niederösterreich in ihrer Presseaussendung mitteilt, wurde die Exekutive durch die Einvernahme der Verdächtigen auf die Suchtmittelzuchtanlage aufmerksam. Der Grund: Bei einem Nebengebäude eines Anwesens in Bad Fischau (Bezirk Wiener Neustadt) war am 11. April gegen 22.30 Uhr aus bisher unbekannter Ursache ein Brand ausgebrochen.

Der Bezirksbrandermittler fand während der Brandursachenermittlung in der Nacht Hinweise auf eine Cannabis-Aufzuchtanlage. Gemeinsam mit Kriminalbediensteten der Polizei-Inspektion Sollenau fand er etwa 330 Stück Cannabispflanzen, die sichergestellt wurden.

Bei der Einvernahme des 57-jährigen Mieters aus Wien und des 29-jährigen Sohns wurde bekannt, dass sie mit einem 32-Jährigen aus Wien eine weitere Cannabisanlage in Velm-Götzendorf betreiben. Dort konnten die Polizeibediensteten eine weitere professionelle Anlage zur Aufzucht von Cannabispflanzen mit insgesamt rund 489 Cannabispflanzen in verschiedenen Wuchshöhen sicherstellen.

ÖVP-Bürgermeister Gerald Haasmüller wusste nicht einmal, dass das Haus vermietet war. „Hier war keiner gemeldet", so der Ortschef. Die Liegenschaft in einer Häuserzeile war in der Gemeinde als Leerstand verzeichnet. Vizebürgermeister Karl Starnberger wurde auf den Polizeieinsatz aufmerksam, als er zufällig in der Nähe war.

Bedienstete des Landeskriminalamtes Niederösterreich (Ermittlungsbereich Suchtmittelkriminalität) übernahmen die Amtshandlung. Die Erhebungen ergaben, dass die drei Beschuldigten von Ende 2019 bis 12. April 2021 aus beiden Cannabisanlagen etwa 20 kg bis 22 kg Cannabis-Blüten geerntet haben sollen.

Diese seien für den weiteren Verkauf bestimmt gewesen. Der 32-jährige Beschuldigte soll davon etwa 10 kg Cannabisblüten an ein bis zwei Abnehmer verkauft haben. Der 29-jährige Beschuldigte soll an einen Abnehmer in Wien in der Zeit von Ende 2020 bis etwa Februar/März 2021 etwa 10 kg Cannabiskraut um einen Grammpreis von 4 Euro verkauft haben. Außerdem soll er an weitere fünf Abnehmer in Wien und im Bezirk Krems insgesamt etwa 1.160 Gramm bis 1.825 Gramm Cannabiskraut um einen Grammpreis von 3 Euro bis 6,50 Euro verkauft haben.

Die drei Beschuldigten wurden über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt von Beamten der Polizeiinspektion Sollenau bzw. des Landeskriminalamtes Niederösterreich am 13. April 2021 festgenommen und in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert. Weitere Erhebungen zu Suchtmittelabnehmer sind noch im Gange.