Mann im Bezirk Gänserndorf bekannte sich schuldig. Die Tatzeit war im März dieses Jahres während des ersten Lockdowns, der Tatort befand sich im Bezirk Gänserndorf, das Tatwerkzeug – ein Computer. Ein 20-jähriger Serbe war angeklagt, an zwei Tagen eine noch 13-Jährige in sozialen Medien für „pornografische Darbietungen“ angeworben zu haben. Als Gegenleistung wurde dem Mädchen ein 100-Euro-Gutschein versprochen.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 17. November 2020 (09:58)
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Der Angeklagte, der sich in vollem Umfang schuldig bekannte, machte ansonsten Gebrauch von seinem Recht, keine weiteren Angaben vor dem Schöffensenat unter dem Vorsitz von Franz Furtner zu machen. So erhielt Furtner auch keine Antwort auf die Frage nach dem Motiv des jungen Mannes.

Das machte es Richter Furtner unter dem beisitzenden Richter Dietmar Nußbaumer schwer, die tatsächliche Reue des Angeklagten zu erkennen, der sich darauf angesprochen zu den Worten „Es tut mir sehr, sehr leid. Ich schäme mich dafür“ hinreißen ließ. Die Scham sei es auch, so Verteidiger Alexander Philipp, die ihn daran hindere, vor seiner Mutter im Publikum darüber zu reden.

Staatsanwältin Andrea Zach blieb eisern und konnte keine Reue bei dem 20-Jährigen erkennen und wertete seine früheren Einlassungen als Tatsachen-Geständnis. Das Urteil des Schöffensenats folgte eher der Verteidigung, die um ein teilbedingtes Urteil bat. 21 Monate, davon 14 Monate bedingt lautete schließlich der Schuldspruch.

Erschwerend wog für den Senat, dass der Angeklagte über die Selbstentblößung hinaus das Opfer noch weiter nötigte. Mildernd wurde gewertet, dass der junge Mann bereits in der Haft psychologische Hilfe bekommen und angenommen hat. In Anrechnung seiner Haft seit Juli und aufgrund des Antrags auf vorzeitige Haftentlassung wird der Serbe in zweieinhalb Wochen wieder in Freiheit sein.