Millennium wurde weiter gefeiert

Der Festreigen zu 1000 Jahre Pfarre Probstdorf geht weiter: So wurde der Ort für einen Abend gar zum „Weltkulturhauptdorf“ erhoben.

Ulla Kremsmayer Erstellt am 25. September 2021 | 06:06

Ein Millennium will ordentlich begangen werden. Also wurde zum Höhepunkt des jahrelangen Feierns eine Woche lang durchgemacht. Am Donnerstag lieferte ein Zusammenschluss der Schreibwerkstatt von Hannes Vogler und des Kabarettworkshops von Pepi Hopf ein Feuerwerk an Pointen aus der 1.000-jährigen Geschichte des Dorfs, das sich für einen Abend in den Rang des „Weltkulturhauptdorfes“ erhob.

Pointenreiches Kabarett

So fanden sich Spuren in verschollen geglaubten Passagen des Nibelungenliedes, dazu konnte bewiesen werden, dass eine ganze Menge internationaler Welthits eigentlich aus Probstdorf stammt. Nicht zuletzt konnte aufgedeckt werden, dass die Attentate des 26A auf die Groß-Enzersdorfer Stadtmauer eigentlich auf Probstdorf gerichtet waren, um seinen Aufstieg zum Olympiadorf zu verhindern. Dafür schlüpften SPÖ-Vizebürgermeiter Robert Fehervary und Ortsvorsteher Manfred Juri perfekt in ihre Rollen als Securities.

Haydn-Konzert und Gemäldezyklus

Pianist Richard Fuller, bekannt für seine authentischen Interpretationen alter Meister, gab im Rahmen der Millenniumsfestwoche ein eindrucksvolles Haydn-Konzert. Dazu war ein Gemäldezyklus von Milu Löff-Löffko zu bestaunen, die altmeisterliche Akribie mit moderner Offsettechnik kombiniert und diese auch noch vergoldet.

Vor fünf Jahren wurden im Pfarrgarten Flüchtlingsfamilien in Containern der Caritas untergebracht. Diese Unterkunft wurde Haus Romero genannt. Doch das Heim musste aufgelöst werden, die Flüchtlinge, oft schon Teil der Dorfgemeinschaft, wurden in alle Winde verstreut. Die Container wurden letztlich abgebaut.

„Fundamenten der Nächstenliebe“

Übrig geblieben sind die betonierten Streifen und die Punkt-Fundamente, die nun zu „Fundamenten der Nächstenliebe“ wurden. Denn auf ihnen stehen nun sehr eindrucksvoll die Skulpturen von fünf Künstlerinnen: Eufrosina Sabiescu, Martin Dzurek, Karl Wilhelm Löff, Georg Niemann und Martin Suritsch.

Bei der Vernissage am Freitag der Festwoche führte Kunsthistorikerin und Künstlerin Alexandra Löff zu den einzelnen Stationen des Skulpturengartens. Der Skulpturenpark soll nun laufend ergänzt werden und ab kommendem Jahr für aktuelle Ausstellungen genutzt werden.