Frau beflegelt Spaziergänger . Anrainerin tyrannisiert Passanten in Prottes. Polizei sind Hände gebunden.

Von Manuel Mattes. Erstellt am 18. September 2020 (04:50)
Eine Protteser Bürgerin wird von einer Frau regelmäßig wüst beschimpft.Shutterstock/TeodorLazarev
Symbolfoto: Shutterstock/TeodorLazarev

Die Protteserin Martina Reuss ist mehr als verzweifelt: Seit geraumer Zeit wird die Rollstuhlfahrerin bei ihren Gassirunden mit dem Hund von einer Frau wüst beschimpft. „Fast täglich wartet die Dame, bis jemand an ihrem Hoftor vorbeikommt, den sie mit Drohungen verbal attackieren kann. Manchmal verfolgt sie Menschen sogar bis auf die Straße – auch Mütter mit Kindern“, berichtet Reuss.

Sie wisse, dass die Frau amtsbekannt sei. Und weiter: „Ich halte das nicht mehr länger aus. Auch mein Hund hat vor ihren Schrei-Attacken Angst und bellt. Dies führt dann zu noch heftigeren Schimpftiraden.“ Reuss fürchte sich jedes Mal, wenn sie mit ihrem Gatten an besagtem Grundstück vorbeigeht.

„Solange die Dame andere Menschen nicht auch körperlich attackiert, können wir nicht einschreiten.“Karl Löffler vom Gänserndorfer Bezirkspolizei-Kommando

VP-Bürgermeister Karl Demmer: „Wir sind um Deeskalation bemüht.“
NÖN

Was sagt VP-Bürgermeister Karl Demmer zu den Vorkommnissen in seiner Gemeinde? „Wir wissen darüber Bescheid und haben bereits versucht, Gespräche mit der Familie der aggressiven Dame zu führen. Wir werden dies auch weiterhin tun.“

Hat die Polizei eigentlich eine rechtliche Handhabe, um gegen die Beschimpfungen vorzugehen? Die NÖN fragte bei Karl Löffler vom Gänserndorfer Bezirkspolizei-Kommando nach: „Solange die Dame andere Menschen nicht auch körperlich attackiert, können wir nicht einschreiten.“ Beschimpfungen allein seien noch kein Grund für eine Amtshandlung durch die Exekutive.

Bei der Beleidigung handelt es sich nämlich lediglich um ein Privatanklagedelikt und keine Tat, die strafrechtlich verfolgt wird.