Kabarett-Highlight: Hopf & die Angst vorm fremden Topf. Haringseer Bühnenliebling Pepi Hopf begeisterte Publikum im Dorfzentrum.

Von Manuel Mattes. Erstellt am 19. Februar 2017 (04:34)
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Kabarettist Pepi Hopf kehrte im bestens besuchten Dorfzentrum sein Innerstes nach außen und begeisterte damit sein Publikum.
Mattes

Wer dachte, Kabarettist Pepi Hopf mit seinem Programm „Seelentröster“ solo auf der Bühne des Dorfzentrums zu erleben, wurde rasch eines Besseren belehrt: Mit dabei war der imaginäre, aber umso präsentere Karl – quasi Hopfs innere Stimme und im Freud’schen Persönlichkeitsmodell wahrscheinlich irgendwo im weiten Feld zwischen Über-Ich und Es einzuordnen.

Angst war das zentrale Thema im überaus unterhaltsamen Programm des Haringseer Künstlers, der bereitwillig sein Innerstes nach außen kehrte und offen über rationale und weniger rationale Phobien sprach, die sein Leben maßgeblich prägen: Da wäre die Locus-Exterritorialphobie, die Furcht vor ausländischen Toiletten, die Hopf zum „Heimscheißer“ macht, oder auch die kindliche Angst vorm „Schwarzen Mann“, stets befeuert von der seligen Anna-Tant’, deren Weihnachtsbäckerei dem Bühnenliebling heute noch Gänsehaut beschert.

Kabarettist ein Lehrmeister der Fremdwörterkunde

Hopf, der sich im Laufe seines Programms übrigens auch gleich zu Beginn als leidenschaftlicher NÖN-Leser outete, nahm das Publikum mit auf seinen Weg zum Erwachsenwerden und den damit verbundenen Ängsten und Sorgen. Gegen Ende des Programms philosophierte er sogar über den Tod – ein Gedanke, der ihm dank seines Arrangements mit dem inneren Karl kein großes Unbehagen mehr bereitet.

Der Kabarettist entpuppte zudem auch noch als Lehrmeister in Sachen Fremdwörterkunde: Wer hätte vor dem Auftritt die Wörter Anatidaephobie (Angst, vor Enten beobachtet zu werden) oder Hippopotomonstrosesquippedaliophobie (Angst vor langen Wörtern) gekannt? Pepi Hopfs Publikum weiß nun Bescheid.