Gefähriche Drohung: Alles nur „bla bla“?

55-Jähriger war wegen gefährlicher Drohung gegenüber seiner 32-jährigen Lebensgefährtin angeklagt: Freispruch.

Erstellt am 05. Dezember 2021 | 04:29
Lesezeit: 1 Min
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Dieter Koth plädierte auf nicht schuldig für seinen Mandanten.
Foto: NÖN

Dass die Liebe oft seltsame Wege geht, mag im persönlichen Leben vielleicht sogar in manchen Fällen stimmen. Dass so etwas aber auch am Landesgericht Korneuburg geschieht, ist eher ungewöhnlich.

Ein 55-jähriger Gastronom war wegen Körperverletzung und gefährlicher Drohung gegenüber seiner 32-jährigen Lebensgefährtin angeklagt. Der Vorfall soll sich am 26. September dieses Jahres in der Wohnung des Serben im südlichen Weinviertel abgespielt haben.

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Dieter Koth, Verteidiger des Mannes, plädierte auf nicht schuldig für seinen Mandanten. Er mutmaßte, dass es bei der Einvernahme durch die Polizei Missverständnisse entstanden sein könnten, da kein Dolmetscher zugegen war. Das Argument machte Richterin Lydia Rada stutzig, schließlich hatte der Mann für seine Verhandlung am Landesgericht keinen Übersetzer angefordert.

Letztendlich stellte sich heraus, dass dieser auch überflüssig gewesen wäre. Der Mann habe an diesem Abend die Frau nicht geschlagen, ihr nicht mit Mord gedroht, sie nicht am Hals gepackt und versucht zu würgen. Ob er eifersüchtig gewesen sei, bezog sich Rada auf Aussagen, die einen Flirt zwischen der Partnerin des 55-Jährigen mit einem von seinen Verwandten beobachtet haben wollen. „Ja, es gab ein bisschen bla, bla, bla“, aber es sei alles harmlos gewesen, auch wenn „Alkohol im Spiel“ gewesen sei.

Das 32-jährige „Opfer“ der vermeintlichen An- und Übergriffe nahm ihr Aussagebefreiungsrecht in Anspruch. Dieses stand ihr deswegen zu, da die zwei im Oktober geheiratet haben und „glücklich verheiratet“ sind, wie der Mann vor Gericht angab. „Der Angeklagte sagt, er habe nichts gemacht, die Frau sagt diesbezüglich nichts“, begründete die Richterin ihren Freispruch.