Mittelmeer-Flair im Marchfeld. Neben regionstypischem Getreide oder Mais findet man auf Raasdorfs Äckern auch Artischocken: Stephanie Theuringer hat sich der Pflanze vor 15 Jahren verschrieben.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 13. September 2018 (05:09)
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Abhängig vom Wetter beginnt die Artischockensaison in etwa Mitte Juli.Shutterstock/Alessio Orru
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Ein Gemüse, das viele nur aus dem Glas und auf der Pizza kennen, wird in Raasdorf kultiviert: die Artischocke. Stephanie Theuringer begann hier vor 15 Jahren, die distelartige Pflanze anzubauen. „Am Beginn stand kein geschäftlicher Gedanke im Vordergrund, sondern zunächst die ,Eigenversorgung‘“, erzählt sie.

Stephanie Theuringer bei der Arbeit: Eine der größten Herausforderungen ist es, die mehrjährige Pflanze im ersten Jahr zum Blühen zu bringen.
privat

Und weiter: „Ich esse sie sehr gerne und ich mag die Pflanze. Die Artischocke ist besonders und zu allen Zeiten ihrer Vegetation – von der Jungpflanze bis zur Blüte – faszinierend und sehr hübsch anzusehen.“ Einfach heranzuzüchten sei das Gemüse, das ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt, in unseren Breitengraden jedoch nicht.

Die größte Schwierigkeit sieht Theuringer darin, die Artischocke einjährig zu kultivieren, weil diese eigentlich eine mehrjährige Pflanze ist und nicht winterhart. Es gebe allerdings vier Hauptsorten, die sich für die hiesige Klimazone gut eignen. Um die 20.000 Jungpflanzen setzt Theuringer pro Saison auf ihren Äckern. Ihre Kunden seien größtenteils Gastronomen. Dennoch gibt es freitags und samstags einen Ab-Hof-Verkauf in Raasdorf, einmal in der Woche werden die Artischocken aus dem Marchfeld auch auf dem Wiener Yppenmarkt feilgeboten. Und: „Es gibt laufend Experimente und Versuche mit weiteren außergewöhnlichen Gemüsesorten“, verrät Theuringer.