„Wutbürger“ Kolarik: „Brücke ist reine Geldvernichtung“. „Wutbürger“ Kolarik ortet Skandale rund um die Fußgänger- und Radbrücke in Marchegg. Bürgermeister kontert Kritik.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 09. Juni 2021 (05:13)
Über die im Bau befindliche Fußgänger- und Radbrücke über die March in Marchegg ist eine Diskussion entbrannt.
Spet, Spet

Der bekannte „Wutbürger“ Walter Kolarik aus Dürnkrut, er bezeichnet sich selbst lieber als „denkender Bürger“, wittert wieder einen Skandal. Diesmal geht es um die derzeit im Bau befindliche Fußgänger- und Radbrücke über die March in Marchegg. Kolarik zeigt sich empört und poltert: „Bei diesem Projekt handelt es sich um einen klaren Missbrauch von EU-Fördermitteln.“ Warum? „Weil die Brücke nicht hochwassersicher ist.“

Brücke nicht hochwassersicher?

Die March-Querung müsste von Dammkrone bis Dammkrone errichtet werden, so Kolarik: „Dann wäre sie hochwassersicher. Auf der slowakischen Seite gibt es aber keinen Damm. Somit ist sie bei Hochwasser von der Slowakei aus nicht benützbar.“ Daher sei die Brücke eine reine Geldverschwendung. Er selbst sei kein Brückengegner, ganz im Gegenteil: „Diese March-Querung hätte neben der bestehenden Eisenbahn-Brücke gebaut werden müssen – dort, wo schon früher einmal eine stand.“

Kolarik ortet noch einen weiteren Skandal bei besagtem Projekt: „Wenn der Donau-Oder-Kanal einmal gebaut wird, kann man die Marchegg-Brücke gleich wieder abreißen.“ Warum? „Weil es bei ihr nicht die für die Schifffahrt nötige Durchfahrtsbreite von sieben Metern gibt.“

Bürgermeister sieht keinen Grund zur Sorge

Marcheggs ÖVP-Bürgermeister Gernot Haupt kann die Kritik des Dünkruters nicht nachvollziehen: „Die Brücke ist auf unserer Seite höher als der Damm und somit auf jeden Fall hochwassersicher. Es stimmt, dass dies auf der slowakischen Seite nicht der Fall ist.“ Trotzdem sieht der Stadtchef kein Problem: „Bei Hochwasser will doch ohnehin keiner zu Fuß oder mit dem Rad über die Brücke.“ Außerdem gehe es lediglich um etwa 20 Tage im Jahr, in denen die March-Querung nicht benützbar sein werde.

Haupt: „In Hohenau ist die Situation identisch, ebenso bei der Fähre in Angern.“ Und wer hat den Standort der Brücke ausgesucht? „Die Slowaken, die auch das ganze Projekt vorangetrieben haben.“ Neben der bestehenden Eisenbahn-Brücke würde die March-Querung keinen Sinn ergeben, so der Bürgermeister: „Dort kommt die Autobrücke hin, sollte die geplante Marchfeld-Schnellstraße S8 einmal bis nach Bratislava gebaut werden.“

Auch, dass die neue Fußgänger- und Radbrücke für die Schifffahrt weggerissen werden müsste, verweist Haupt in die Welt der Gerüchte: „Die ist so geplant, dass jederzeit eine Schifffahrt möglich wäre.“ Bürgermeister Gernot Haupt abschließend: „Es ist alles von Experten durchdacht – da braucht sich Herr Kolarik keine Sorgen zu machen.“

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