Rote Jagd auf blauen Chef. Laut Sozialistischer Jugend soll Rudolf Fischer auch sexistische und schwulenfeindliche Witze im Internet gepostet haben. FP-Boss spricht von Hetzjagd gegen ihn.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 11. Juni 2014 (09:16)
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FPÖ-Bezirksparteichef Rudolf Fischer: »Wenn man jemandem etwas anhängen will, kann man alles so drehen, dass der Betroffene schlecht dasteht.«

GROSS-ENZERSDORF / Schwere Geschütze fährt die Sozialistische Jugend gegen FPÖ-Bezirksparteichef Rudolf Fischer auf: Sie wirft dem Groß-Enzersdorfer vor, auf seiner Facebook-Seite rassistische, sexistische und schwulenfeindliche Postings zu verbreiten. Fischer reagiert auf die Angriffe sauer: „Wer mich kennt, weiß, dass ich weder ein Rassist noch ein Schwulenfeind bin. Ich habe Witze, auch einige unter der Gürtellinie, weitergeschickt. Nicht mehr und nicht weniger. Dass mir die Roten jetzt daraus einen Strick drehen wollen, ist lächerlich.“

Um welche Witze bzw. Sprüche handelte es sich eigentlich?

Zu sehen ist zum Beispiel eine gelbe und eine überreife, braune Banane. Dazu der Text: „Menschen sind wie Bananen – keiner mag die Schwarzen.“ Oder: „Es regnet seit Tagen. Meine Frau ist deprimiert und guckt ständig durchs Fenster. Ich befürchte, wenn es weiter regnet, dass ich sie wieder reinlassen muss.“ Oder auch: „Gery Keszler unterstützt nicht die Ärmsten der Armen, sondern die Wärmsten der Warmen.“

Für die Sozialistische Jugend (SJ) steht fest: Wer so etwas im Internet verbreitet, ist politisch untragbar.

Jacqueline Wehofer von der Bezirks-SJ ist eigenen Aussagen nach erschüttert: „Wenn Fischer nur einen Funken Anstand besitzt, muss er von allen Funktionen zurücktreten.“ Es könne nicht sein, dass perverse und sexistische Bilder und Sprüche auf dem Facebook-Profil eines Bezirkspolitikers ohne politische Konsequenzen bleiben, so Wehofer.

Fischer selbst weist im NÖN-Gespräch die Vorwürfe entschieden zurück: „Das mit den Bananen hat doch keinen rassistischen Hintergrund. Mit den Schwarzen war natürlich die ÖVP gemeint. Im Übrigen habe ich diese Sprüche auch nicht erfunden, sondern nur weitergeleitet.“

Und was ist mit dem Text über die Frau, die draußen im Regen stehen muss?

Fischer: „Das ist nicht sexistisch. Das ist ein Witz wie tausend andere. Da gibt es auch unzählige, in denen die Männer aufs Korn genommen werden. Mein Gott, verstehen die Roten keinen Spaß?“

Auch was Gery Keszler und dessen „Life Ball“ betrifft, betont Fischer, dass er persönlich nichts gegen Homosexuelle habe: „Mir ist völlig egal, ob jemand schwul, lesbisch oder bisexuell ist. Was mich aber stört, ist der Umstand, dass der Life Ball tagelang das einzige Thema in den Medien ist, als wenn es keine anderen gäbe. Im Ausland glaubt man wahrscheinlich, dass alle Österreicher warm sind.“