Kirche in Dürnkrut erstrahlt in neuem Glanz. Gotteshaus wurde umfassend renoviert. Auch alter Friedhof wurde bei Arbeiten gefunden.

Von Vera Coursolle. Erstellt am 17. Februar 2021 (03:39)
Einer der Engel, der das Hochaltarbild trägt und nun wieder funkelt.
Einer der Engel, der das Hochaltarbild trägt und nun wieder funkelt.

Feierlich wurde nach Allerheiligen die frisch renovierte Dürnkruter Pfarrkirche, (Grundsteinlegung 1698) sowie der angeschlossene Friedhof im Rahmen einer Rekonziliation geweiht. Zuständig ist hierfür normalerweise der Bischof, die Zeremonie übernahm jedoch Ordenspriester Bruder Elias. „Radio Maria“ übertrug die Feierlichkeiten.

Die Renovierungsarbeiten betrafen die Reinigung des gesamten Inventars, der Bilder, Fresken und 200 Engel, die erst durch die neue Beleuchtung ins rechte Licht gerückt wurden. Bemerkenswert sind auch die geleisteten Tätigkeiten rund um die Orgel: Man zerlegte alle 5.000 Orgelpfeifen, polierte sie und baute sie wieder zusammen. Man installierte die Heizung, die jetzt komplett rußfrei läuft, und legte Heizmatten auf, die ihre Heizkraft erst entfalten, wenn gewichtige Personen sich darauf niederlassen. Eine der wichtigsten Arbeiten war die Schaffung von Barrierefreiheit.

In einem Nebenraum mit eigentlich geringer Höhe grub man in die Tiefe und schuf einen Lagerraum, hier wartet unter anderem eine Jesusfigur, um

dann zu Ostern zum Altar getragen zu werden. An der Stelle des ehemaligen Beichtstuhls befindet sich nun eine Türe mit Ausgang ins Freie. Um die Kirche entstand ein Zaun, die Stützmauer wurde renoviert. Bemerkenswert ist der Fund eines alten Friedhofs, betrieben bis März 1800, unter dem ehemaligen Eingang.

Darin fanden Archäologen vier Schichtgräber, in denen unter anderem ein Säugling bestattet wurde. Auch zwei napoleonische Soldaten fanden hier ihre letzte Ruhestätte. Die beteiligten Archäologen nahmen diese zwei Funde für wissenschaftliche Untersuchungen mit, sie werden jedoch wieder zurückgebracht und wie die anderen Verstorbenen im geschaffenen Grab vor der Kirche beerdigt. Die Renovierungskosten betrugen 210.000 Euro und wurden von der Erzdiözese Wien, die dabei den größten Teil übernahm, dem Land NÖ, dem Bundesdenkmalamt und der Gemeinde Dürnkrut sowie durch Einnahmen durch die Gläubigen in den Gottesdiensten getragen.

Für die über 200 Engel in der Kirche vergab man Patenschaften, ab 100 Euro konnte man an der Aktion teilnehmen. Während der Arbeiten hielt man die Messen in der Schlosskapelle, der „Sala Terrena“ im Schloss Dürnkrut ab. Auch in Zeiten der Pandemie werden die Gottesdienste fortgesetzt, es dürfen jeweils fünf Gläubige beiwohnen.