Nächstes Highlight: Brunnen sprudelt wieder. Mit viel Glanz und Gloria wurde die Große Kaskade auf Schloss Hof eröffnet. Die prachtvolle Anlage wurde in 3,5 Jahren um 4 Millionen Euro rekonstruiert.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 02. Mai 2018 (15:05)
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VP-Bürgermeister Josef Reiter, VP-Landtagsabgeordneter René Lobner, Sektionsleiterin Elisabeth Udolf-Strobl, Bezirkshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Merkatz, SP-Landtagspräsidentin Karin Renner, SKB-Geschäftsführer Klaus Panholzer, Restauratorin Susanne Beseler und Architekt Georg Töpfer (von links) vor der nach 250 Jahren wieder wasserspeienden Großen Kaskade auf Schloss Hof.

Die ohnehin ihresgleichen suchende Kombination aus imperialer Pracht und ländlicher Idylle des Barockschlosses Hof ist um ein Juwel reicher: Die Große Kaskade, ein nur mit den Brunnen in Versailles vergleichbares Prunkwerk, wurde nun fertig restauriert und sprudelt wieder wie einst im Barock.

Zur großen Eröffnungsfeier konnte Moderatorin Kathrin Körber zahlreiche Gäste, allen voran Sektionsleiterin Elisabeth Udolf-Strobl, SP-Landtagspräsidentin Karin Renner, VP-Landtagsabgeordneten René Lobner, VP-Bürgermeister Josef Reiter (stellvertretend für alle anwesenden politischen Vertreter der Marchfeldgemeinden), Bezirkshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Merkatz und „Hausherr“ Klaus Panholzer, den Geschäftsführer der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft (SKB), begrüßen.

Letzterer eröffnete den Reigen der Festredner zur Eröffnung der rekonstruierten Brunnenanlage: „Den strahlenden Sonnenschein habe ich bestellt – passend zur Vervollständigung des Herzstücks unserer barocken Gartenanlage.“ Zum Gelingen des Großprojekts in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt (BDA) trugen demnach das hohe Fachwissen sowie das außerordentliche Engagement aller Beteiligten bei – und 4 Mio. Euro von der SKB. Weitere 5 Millionen fließen in die siebente und größte Gartenterrasse, die nächstes Jahr eröffnet wird.

Brunnenanlage „steckte in einer Stützmauer“

Hermann Fuchsberger, Abteilungsleiter des BDA NÖ, berichtete von den Rekonstruktionsarbeiten: „Am Anfang war eine Steinmauer und eine Idee – und eine gehörige Portion Mut, sich über dieses Projekt drüberzutrauen.“ Glücklicherweise wurde dieser Wall nämlich nicht abgerissen, sondern genau untersucht und tatsächlich: „Die Brunnenanlage steckte sozusagen in dieser Mauer.“ Etwa 600 Originalsteine der Großen Kaskade waren in der Stützmauer verbaut und – nach „stundenlangem Beknien“ von Panholzer – konnte das „Brunnen-Puzzlespiel“ beginnen.

Modernste Technik wurde mit barocker Kunst kombiniert: Ein Bild des Malers Canaletto und eine digitale Aufbereitung der Brunnenanlage dienten als Vorlage für „CSI Kaskade“. So entstand in 3,5 Jahren aus einer Baustelle die nun wieder sprudelnden Schlosshofer Wasserspiele, wussten Architekt Georg Töpfer und Restauratorin Susanne Beseler zu berichten. „Die digitale Erfassung von ,Schlüsselsteinen‘ stand am Anfang des stetigen Wachstums des Brunnens. Nach anfänglicher großer Ungewissheit, ob wir das schaffen können, sind wir nun stolz, dass wir nicht nur den Brunnen rekonstruieren, sondern auch mit den vorhandenen Relief-Fragmenten, über die noch weniger bekannt war, etwas anfangen konnten. Ein Stein brachte die Sache ins Rollen.“

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„Wasser Marsch“: René Lobner, Hermann Fuchsberger, Susanne Beseler, Elisabeth Udolf-Strobl, Karin Renner, Klaus Panholzer und Kathrin Körber mit dem „Buzzer“, der 200 mWasser pro Stunde durch den Brunnen schickt.

Das versetzte auch Lobner ins Staunen: „Schloss Hof ist jetzt schon ein einzigartiges Erlebnis und mit über 300.000 Besuchern pro Jahr unser größtes touristisches Highlight. Mit der Großen Kaskade sowie der siebente Terrasse 2019 kommen zwei weitere Attraktionen dazu.“

Dann der große Moment: Gemeinsam drückten die Gäste auf einen roten „Buzzer“ und: „Wasser Marsch“. Nach und nach füllte sich der Brunnen mit kühlem Nass. Zunächst schossen die ersten Fontänen gen Himmel und schon begannen sich die vier Becken nacheinander zu füllen, ehe die Große Kaskade nach über 250 Jahren endlich wieder ihre volle Pracht entfalten konnte.