Neue Highlights im Schloss

Die 7. Gartenterrasse wird bis Ende 2018 revitalisiert. Dadurch gibt es neue Zuschauermagneten im Barockjuwel – den Kaskadenbrunnen und ein Labyrinth.

Erstellt am 09. September 2017 | 04:56
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Günther Kvapil, Technischer Leiter, zeigt die Kaskaden-Baustelle.
Foto: NOEN

Nicht nur weil es seine letzte Pressekonferenz als Geschäftsführer der Schloß Schönbrunn Kultur- und BetriebsgesmbH (SKB) war, zeigte sich Franz Sattlecker im Sala Terrena von Schloss Hof besonders entspannt. Auch der Anlass war ein freudiger, galt es doch, die Pläne zur Rekonstruktion der 7. Gartenterrasse, dem letzten Mosaikstein zur Sanierung einer der schönsten Schlossanlagen Europas, zu präsentieren.

Zu diesem Zweck hatten sich auch Sattleckers Nachfolger Klaus Panholzer, Landschaftsarchitekt Werner Sellinger, Landeskonservator Hermann Fuchsberger, Gerd Pichler (Bundesdenkmalamt, BDA) und Schloss Hofs Gartenleiter Bernhard Redl im Schloss eingefunden, um die frohe Kunde zu verbreiten und genau zu erläutern.

Zwei große Sanierungen in Sattleckers Amtszeit

Sattlecker zeigt sich zufrieden: „Als ich 2013 übernommen habe, gab es noch zwei Sanierungs-Projekte: Die große Kaskade, die im November fertig sein soll, sowie die 7. Gartenterrasse.“ Ein Stolperstein war der Waldbestand, der die 7. Terrasse, die mit 6 Hektar so groß wie die anderen sechs zusammen ist, aufgrund langer Nichtnutzung prägte: „Wald ist im Bezirk sehr selten, deswegen bin ich VP-Bürgermeister Josef Reiter dankbar, dass er Flächen in der Gemeinde zur Wiederaufforstung zur Verfügung stellte“, berichtete Sattlecker.

Nach jahrelangen Untersuchungen und archäologischen Grabungen wurden jetzt die Pläne für die Wiederherstellung der größten Gartenterrasse finalisiert. Mit der Revitalisierung wird Schloss Hof komplettiert und das imposante historische Ensemble wieder erlebbar. Kostenpunkt: 5 Millionen Euro.

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So soll die 7. Terrasse von Schloss Hof aussehen. Enthalten ist auch ein Labyrinth mit Aussichtsplattform.
NOEN, Grünplan

Bei einem Punkt nahm man es mit historischer Detailtreue aber nicht so genau: „Nach Erreichen des Restaurationsziels wurde auch ein Weiterbau Thema. Und so entschlossen wir uns, ein Labyrinth einzubauen, um die Anlage noch attraktiver zu machen“, informiert Pichler. Zwar sei auf Gemälden (siehe Infobereich unten) in Ansätzen ein Irrgarten zu sehen, archäologische Belege waren aber nicht zu finden.

Auch die große Kaskade soll schon im November fertiggestellt werden. Fuchsberger: „Wasser ist entscheidend für Barockgärten. Ich kenne nur ein vergleichbares Projekt der Revitalisierung eines derart zerstörten Brunnens. Wir arbeiteten mit Original-Fragmenten, die in einer Stützmauer verbaut waren.“ Für die große Kaskade wurden 4 Mio. Euro aufgewendet.