Hausbau in Hohenau geplant: Mann tobt. Grundbesitzer will Mehrparteienhaus verhindern. Dem Bürgermeister sind Hände gebunden.

Von Vera Coursolle. Erstellt am 02. Juni 2021 (04:19)
Auf dem Grundstück vor diesem Haus soll ein Gebäude entstehen, das eine ähnliche Größe aufweist, wie jenes am Bild.
privat, privat

Horst Setik wohnt mit seiner Frau seit 20 Jahren in einem Haus mit Garten in Hohenau, in dem auch die gemeinsame Tochter aufwuchs. Nun soll am Nachbargrundstück ein Mehrparteienhaus gebaut werden – in nur vier Metern Abstand zu seiner Grundstücksgrenze.

Bürgermeister, Wolfgang Gaida: „Das ist kein Bauvor- haben der Gemeinde.“
Gemeinde, Gemeinde

Die ebenfalls geplanten Balkone werden in seine Richtung zeigen, dadurch verringert sich die Distanz zu seinem Haus auf nur zwei Meter. „Wenn daneben jemand auf der Terrasse sitzt, kann ich ihm das Schnitzel wegnehmen“, so Setik verärgert. Er versteht nicht, dass sein Nachbar, der Grundstückseigentümer, der das Gebäude errichten lassen will, nicht an die Betroffenen herantrat, um einen Konsens zu finden.

„Als ich von den Plänen erfuhr, war das für mich wie ein Weltuntergang“, meint Setik, der in seinem Garten einen Baum pflanzte, um etwas Privatsphäre zu haben, obwohl die anderen Anrainer ohnehin gut 50 Meter entfernt wohnen. Setik trauert vor allem um die Morgensonne, die er, wie er betont, bald nicht mehr sehen werde. Der Rechtsanwalt, mit dem er Kontakt aufnahm, bestätigte ihm, dass er kaum Aussicht habe, den Neubau zu verhindern. So wie alle Anrainer wurde er seitens der Gemeinde informiert und um Stellungnahme gebeten: „Ich war einer der Ersten, der dagegen gestimmt hat“, so Setik zur NÖN. Was sagt eigentlich SP-Bürgermeister Wolfgang Gaida, der als oberste Baubehörde fungiert, zu der Sache?

Gaida betont gleich vorweg, dass es sich bei dem Vorhaben um kein Projekt der Gemeinde handle. „Wenn ein Grundstücksbesitzer einen Bauplan einreicht, wird dieser überprüft, und etwaige Punkte, die nicht der Bauordnung entsprechen, werden diesem bekannt gegeben. Der nun vorliegende Plan wurde bewilligt, ich bin kein Bausachverständiger“, so Gaida weiter.

Die Anrainer wurden laut dem Ortschef verständigt und von der Gemeinde eingeladen, wie es laut Verfahren vorgesehen ist. Gaida: „Ich verstehe die Anrainer zwar in der Sache, aber wenn ein Bauplan bewilligt wurde und dem Gesetz entspricht, kann ich das nicht verbieten.“

In seiner Funktion könne er nur versuchen, Gräben zu schließen, das Gespräch mit allen zu suchen und zu vermitteln.