30er bei Schule: Die BH sagt nein. ÖVP und SPÖ kämpfen für Temporeduktion im Bereich der Volksschule in Schönkirchen-Reyersdorf. Behörde durchkreuzt das Vorhaben der Parteien.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 06. Januar 2021 (04:11)
VP und SP fordern eine 30er-Zone im Bereich der Schulstraße, speziell vor der Volksschule und dem Kindergarten. Vorerst wird daraus nichts, der Antrag wurde abgelehnt.
Mauritsch

Mit einer „30er“-Zone bei Volksschule und Kindergarten wollten VP und SP eine Forderung ihres Wahlkampfprogrammes umsetzen. Die Bezirkshauptmannschaft machte den Koalitionspartnern einen Strich durch die Rechnung. Der Antrag wurde abgelehnt. Die Schulstraße sei ausrechend breit, es seien Grünstreifen und Busbuchten vorhanden.

Das Thema Verkehrssicherheit liegt sowohl VP als auch SP sehr am Herzen. Zum Schutz der Kinder im Bereich der Volksschule und des Kindergartens sollte eine „30er“-Zone beitragen. VP-Bürgermeister Alexander Gary dazu: „Eine meiner ersten Amtshandlungen war ein Ansuchen an die Bezirkshauptmannschaft. Die Schulstraße ist eine Landesstraße, daher war die Zustimmung des Verkehrsamtes einzuholen.“

„Das Gutachten ist zu akzeptieren. Wir werden jedoch weiter nach Möglichkeiten suchen.“ Alexander Gary, VP-Bürgermeister

Kurz vor Weihnachten kam die Ernüchterung – Antrag abgelehnt. Die Bezirkshauptmannschaft bezieht sich in ihrem Bescheid auf ein Gutachten eines Verkehrssachverständigen. Darin wird ausgeführt, dass die Schulstraße über eine deutliche Überschreitung der Mindestbreite für zwei Fahrstreifen verfügt. Weiters bestehe durch Grünstreifen und Busbuchten ein ausreichend großer seitlicher Abstand zwischen Gehsteig und Fahrbahnrand. Aus verkehrstechnischer Sicht sei die Senkung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 km/h nicht erforderlich.

Gary ist enttäuscht: „Das Gutachten ist zu akzeptieren. Wir werden jedoch weiter nach Möglichkeiten suchen, Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung zu setzen.“ Bodenmarkierungen wurden bereits angebracht. Damit werden Verkehrsteilnehmer auf die besondere Situation hingewiesen.

Er richtet einen Appell an die Eltern: „Benutzen Sie bitte die Parkflächen vor der Kirche, hinter der Volksschule oder beim Gemeindeamt, damit die Kinder gar nicht erst die Straße betreten müssen.“ Rückmeldungen der Ortsbürger haben allerdings einen einheitlichen Tenor – sie können nicht nachvollziehen, warum eine „30er“-Beschränkung in diesem Bereich nicht möglich sein soll.

Geschäftsführender SP-Gemeinderat René Zettel drückt es drastischer aus: „Die Sicherheit von Kindern und Senioren sollte für uns alle von hoher Priorität sein. Es darf nicht so weit kommen, dass erst infolge einer Tragödie Maßnahmen ergriffen werden.“ Die Koalitionspartner sind sich einig: „Wir werden dran bleiben.“ Die Schulstraße erschließt einen der Kernbereiche der Gemeinde. Neben Schule und Kindergarten sind dort auch Gemeindeamt, Arztordination und Bank zu finden.

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