Grausige Entdeckung: Aufregung wegen Tierkadaver. Spaziergängerin fand halb verweste Körper. Jäger: „Damit werden Füchse angelockt.“

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 01. Mai 2019 (06:00)
Mauritsch
Ein toter Hase, der Kopf eines Rehes – alles nicht sehr schön anzusehen. Eine Passantin fand die Tierkadaver beim Sonntagsspaziergang und ist über die Art und Weise der „Entsorgung“ empört.

„Heast, des is makaber, do liegt jo a Kadaver“, sang einst schon Wolfgang Ambros. Beim Spaziergang mit ihrem Hund machte Frau N. eine Entdeckung, die frappant an die Liedzeilen des Austropop-Barden erinnert: Am Gelände des alten Ziegelwerkes lagen Tierkadaver angehäuft, ein Stück weiter direkt neben dem Weg verendete Hasen und der Kopf eines Rehes – alles in verschiedenen Stadien der Verwesung.

„Ich habe noch am Wochenende versucht, bei den offiziellen Stellen jemanden darauf aufmerksam zu machen“, schildert die empörte Passantin. Und weiter: „Über die Polizei erhielt ich die Rufnummer des Jagdleiters von Schönkirchen-Reyersdorf, der zwar sehr freundlich war, aber keine Zeit hatte.“ Montag machte sich Frau N. dann mit der Amtstierärztin und dem dazugerufenen Jagdleiter aus Gänserndorf, Josef Barelli, auf den Weg. Dieser erklärte die Situation: „Es handelt sich dabei um einen Luderplatz zum Anlocken von Füchsen, die dann bejagt werden. An diesen Stellen wird auch Fallwild (Tiere, die auf Straßen überfahren werden, Anm.) abgelegt.“

Nur tote Wildschweine müssen entfernt werden

Was im Wald war, darf auch dort bleiben – das bestätigte die Amtstierärztin. Ausgenommen sind Wildschweine – wegen der drohenden afrikanischen Schweinepest. Das will Frau N. so nicht stehen lassen: „Dort gehen Familien mit Kindern spazieren. Es kann doch nicht sein, dass diese beim gemütlichen Rundgang mit den Kadavern konfrontiert werden, die gleich neben dem Weg liegen.“ Barelli kontert: „Es genügt, wenn die Tiere in den Wald geworfen werden.“

Die NÖN fragte bei Bezirksjägermeister Gerhard Breuer nach: „Grundsätzlich dürfen Rückstände in den Wald gebracht werden. Luderplätze sollen aber so abseits liegen, dass keine Menschen hinkommen, auch wenn es nur Trampelpfade sind. Wenn ein derartiger Platz auch schon jahrelang verwendet wird, würde ich eine Verlegung empfehlen.“ Breuer versprach abschließend, mit den beiden betreffenden Jagdleitern Kontakt aufzunehmen.