Große Trauer um Tierschützerin Brigitte Höss. Brigitte Höss verstarb im 61. Lebensjahr. Ihr Lebenswerk wird von der Familie weitergeführt.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 08. August 2019 (05:40)
Mauritsch
Brigitte Höss – hier bei einem NÖN-Fototermin vor zwei Jahren – widmete ihr Leben dem Wohl von Tieren.

Als Kind brachte sie verletzte Vögel nach Hause – die ersten Anzeichen für den ausgeprägten Wunsch, Tieren in Not zu helfen. Eine Berufung, die Brigitte Höss ihr ganzes Leben lang begleiten sollte. Nun schloss die Retterin unzähliger Geschöpfe für immer die Augen.

„Eigentlich wollte sie Tierärztin werden“, so Ehemann Adi Höss im NÖN-Gespräch. Der Vater hatte es nicht erlaubt, sie sollte etwas „Ordentliches“ lernen. Ihre Tierliebe fand somit einen anderen Weg. Die Hunde des Tierheims Klosterneuburg hatten sehr bald ein „Frauli“, das mit ihnen Gassi ging. Dabei blieb es aber nicht. War das Heim voll, nahm Höss schon mal Tiere mit nach Hause. Sie wuchs immer mehr in die Aufgabe hinein, wirkte bei Tiervergaben und Pflegestellen mit.

1992 war es dann so weit: Die eigene private Tierschutzinitiative wurde gegründet. Adi Höss erzählt von den Anfängen: „Meine Frau hat viele ältere Tiere oder solche mit Handicap aufgenommen. Es war ihr klar, dass diese nicht so schnell einen Platz finden.“ Einmal bei ihr angekommen, hatten die Vierbeiner den Himmel auf Erden. Kein Zwinger engt die Bewegungsfreiheit ein, sie leben als Familienmitglied, werden tierärztlich versorgt, aufgepäppelt und vor allem geliebt.

"Wenn sie der Meinung war, es passt nicht, ist der Bewerber auch schon mal ohne Tier wieder gegangen“

Vor mehr als zehn Jahren zog die Familie in das Eigenheim in Schönkirchen-Reyersdorf, Tiere hatten selbstverständlich weiterhin einen fixen Platz: Aus einem alten Stall entstand ein Katzenhaus mit allem, was ein Stubentigerherz begehrt. Die Hunde leben im Familienverband, eine Klappe ermöglicht den Zugang zum gesicherten Garten. Übrigens: Subventionen von öffentlicher Stelle gab es nie.

Schluss mit lustig war allerdings, wenn Interessenten für ein Tier nicht ihre – zugegeben – sehr hohen Ansprüche erfüllten. „Meine Frau hat mit der Zeit eine gute Menschenkenntnis entwickelt. Wenn sie der Meinung war, es passt nicht, ist der Bewerber auch schon mal ohne Tier wieder gegangen“, erinnert sich Adi Höss. Was zeitweise zu unschönen Szenen geführt habe, Beschimpfungen der Tierliebhaberin inklusive.

Kurz und schwer war die Krankheit von Brigitte Höss. Am 23. Juli ging sie von dieser Welt. Ihr Vermächtnis wird bleiben. Ehemann Adi und Tochter Yvonne wollen den Verein weiterführen, wenn auch die „Seele“ des Hauses eine große Lücke hinterlassen hat: „Wir danken allen, die uns immer unterstützt haben und auch in dieser schweren Zeit für uns – und die Tiere – da sind.“