Österreichs größte Flächenphotovoltaikanlage in Bau. OMV-Austria-Geschäftsführer hatte Idee für die größte Flächenphotovoltaikanlage Österreichs.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 10. Oktober 2020 (04:34)
OMV-Austria-Geschäftsführer Reinhard Oswald bei der Besichtigung der Baustelle. Paneel um Paneel wird auf die Trägerkonstruktion montiert, im Endausbau werden es 45.000 sein, die mit grünem Strom helfen, die CO
-Belastung zu reduzieren.Mauritsch

Was passiert, wenn OMV-Austria-Geschäftsführer Reinhard Oswald eine Bohrrestedeponie besichtigt? Es entsteht Österreichs größte Flächenphotovoltaikanlage.

So einfach war es nicht. Fünf Jahre intensiver Planungen und Verhandlungen waren notwendig, um die Idee zu einem wirtschaftlichen Projekt zu machen. „Es ist ein Grundsatz der OMV, unsere Ressourcen so effizient wie möglich zu nutzen“, erzählt Oswald im NÖN-Interview. Etwas mehr als 13 Hektar an bereits abgedeckter Freifläche stehen auf der Deponie zu Verfügung. Fläche, die weder landwirtschaftlich genutzt werden darf, noch zum Setzen von Bäumen geeignet ist. Deren Wurzeln könnten nämlich durch die Deckschicht wachsen und das darf nicht sein.

Die Trägerkonstruktion aus Aluminium bedarf keiner tiefen Fundamente. Darauf montiert das Team von „KPV Solar“ Paneel um Paneel, Ende November soll die Anlage schon in Betrieb gehen. 34.600 Module sind es in der ersten Bauphase, im letzten Quartal 2021 werden nochmals 10.400 Module folgen. „Wir haben uns bewusst für eine Ost-West-Ausrichtung entschieden. Damit wird die Einstrahlungszeit verlängert“, informiert Oswald.

Am besten funktioniert die Anlage an klaren Tagen bei ungefähr 15 bis 20 Grad. Ist es zu heiß, machen die Elektronen in den Modulen, was wir Menschen an Hochsommertagen auch machen: Sie werden träge und bewegen sich nicht mehr so schnell. Vereinfacht ausgedrückt: Sie erzeugen nicht so viel Strom.

Bis zu 100 Prozent des Strombedarfs abgedeckt

Mit einer Gesamtleistung von 14,85 MWp (Mega Watt peaks, Anm.) können zu Spitzenzeiten bis zu 100 Prozent des Strombedarfs der OMV Austria oder im Schnitt 10 Prozent abgedeckt werden. Die Einspeisung in das OMV-Bergbaunetz wird durch eine hoch technisierte Schaltung geregelt. Der Sonnenstrom hat immer Vorrang, zusätzlicher Bedarf wird auf dem öffentlichen Netz und durch die OMV-eigenen Gasturbinen gedeckt. „Wir rechnen mit einer durchschnittlichen CO -Einsparung von 10.000 Tonnen pro Jahr“, hebt Oswald hervor.

Das Projekt, das helfen soll, die CO -Belastung zu reduzieren, ist eine Kooperation der beiden größten Industrieunternehmen Österreichs – dem Verbund und der OMV – für eine Dauer von 30 Jahren. Die Anlage steht zur Gänze im Eigentum der OMV. Und die Idee, Deponieflächen zu nutzen, macht offenbar Schule. „Anlagen zur Erzeugung von grünem Strom – wie bei unserem Pilotprojekt – auf Deponien zu errichten, hat den Vorteil, dass keine landwirtschaftlichen Flächen verstellt werden“, so Geschäftsführer Oswald abschließend.