Parkbad: Kein Eintritt ohne Bares. Mutter wollte mit Kids schwimmen gehen, hatte aber Geldbörse vergessen und nur digitale Bankomatkarte dabei. Doch: Wer ins Parkbad möchte, muss Bargeld mitbringen.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 10. August 2020 (04:13)
Die Mutter bekommt vom Ortschef einen Gratiseintritt ins Bad geschenkt.
privat

An einem heißen Tag mit den Kindern ins Schwimmbad – das wollte auch eine Mutter dieser Tage. Sie hatte aber ihre Geldbörse vergessen und so wurde der ersehnte Badetag zu einem Hindernislauf. In einem Leserbrief berichtet sie: „Ich stehe nun vollbepackt mit schwerer Tasche, Decke, dem Kinderwagen und einem schon quengeligen Kleinkind vor der Kassa. Mein iPhone mit digitaler Bankomatkarte habe ich dabei! Vergeblich: kein Eintritt.“

Die Mutter bemängelt, dass im Zeitalter der Digitalisierung und einer grassierenden Pandemie kein bargeldloser Zahlungsverkehr möglich ist. „Auch keine alternative Lösung hat die Dame parat. Sie verweist mich an die nächste Bankfiliale und bleibt hart“, zeigt sich die Mutter verzweifelt.

„Bei 38 Grad stechender Hitze mache ich mich mit letzter Kraft auf den Weg – zu Fuß, da sie meinte, die Bank sei gleich ums Eck. Bedauerlicherweise teilte mir die Bankangestellte mit, dass mir ohne Ausweis kein Geld ausbezahlt werden kann. Ich bat doch nur um 10 Euro von meinem eigenen Geld in bar für den Badeeintritt“, berichtet die Mutter weiter.

Ihr Sohn habe sich so aufs Baden gefreut hat und es sei sich zeitlich nicht ausgegangen, nochmals nach Hause zu fahren. Der Badetag wurde schlussendlich doch noch gerettet. „Die Bankangestellte hatte Mitleid und gab mir aus ihrer eigenen Tasche Kleingeld für den Eintritt. Vielen herzlichen Dank dafür! Es gibt sie doch noch: Menschen mit Herz“, sagt die NÖN-Leserin.

Bargeldloses Zahlen schon auf der Agenda

Die NÖN fragte bei VP-Bürgermeister Alexander Gary nach: „Es tut mir leid, dass der Besuch in unserem Freibad für diese Frau und ihr Kind an diesem heißen Tag leider etwas beschwerter war, als von ihr erwartet.“ Das Thema bargeldloses Zahlen stand schon auf der Agenda. Es sei allerdings noch kein zufriedenstellendes System gefunden worden. Hohe Gebühren und die fehlenden Möglichkeiten der Einbindung in das bestehende Kassensystem seien die Gründe, warum diese Option nicht angeboten werde.

„Da ich ebenfalls der Meinung bin, dass es aus Sicht des digitalen Wandels auch notwendig wäre, eine Möglichkeit zur kontaktlosen Zahlung anbieten zu können, werden wir das für die Zukunft laufend erneut prüfen und nach einem passenden System Ausschau halten“, verspricht Gary Abhilfe.

Der Ortschef bietet der Leserin als kleines Trostpflaster einen einmaligen Gratisantritt aus eigener Tasche an.