Photovoltaikanlage jetzt in Betrieb. Schönkirchen-Reyersdorf: In den ersten Wochen konnte mehr Strom produziert werden als ursprünglich geplant.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 28. Februar 2021 (03:51)
Die Anlage ist auf 30 Jahre ausgelegt und steht im Eigentum der OMV und des „Verbund“ (Verhältnis 50:50). Der erzeugte Strom wird zu 100 Prozent ins OMV-eigene Netz eingespeist.
OMV

Von Baustart bis zur Inbetriebnahme vergingen nur wenige Monate. Jetzt ist Österreichs größte Flächenphotovoltaikanlage im Echtbetrieb und versorgt das Bergbaunetz der OMV mit sauberem Strom. Die NÖN sprach mit Geschäftsführer Reinhard Oswald über die Erfahrungen.

Module so weit das Auge reicht – genauer gesagt 34.600 – produzieren auf der alten Bergbaudeponie seit Ende des Jahres Strom aus Sonnenkraft. Die OMV fand eine Möglichkeit, das Gelände wirtschaftlich zu nutzen. Landwirtschaft oder das Setzen von Bäumen durften nicht sein. Die Deckschicht darf nämlich nicht durchbrochen werden.

Seit rund zwei Monaten ist die Anlage nun in Echtbetrieb. „Die Ost-West-Ausrichtung der Module hat sich als vorteilhaft bewiesen“, berichtet Oswald. Die Stromerzeugung beginne damit schon mit Sonnenaufgang. Obwohl noch Winterbetrieb herrscht, konnten rund 5 bis 10 Prozent mehr Energie erzeugt werden als ursprünglich geplant. „In Spitzenzeiten wird rund 50 Prozent unseres Stromverbrauches abgedeckt“, so Oswald weiter. Pumpenböcke oder auch das Bürogebäude werden versorgt. Stromerzeugung durch Licht und Sonne ist eines, das Bergbaunetz mit dieser schwankenden Energie stabil zu halten aber etwas anderes.

„Die Regeltechnik bevorzugt immer den Strom aus der Photovoltaikanlage und reduziert entsprechend andere Energiequellen wie unter anderem zugekauften Strom“, erklärt Oswald diesen komplizierten Prozess.

So können Kraft-Wärmekupplungen nur bis rund 30 Prozent heruntergefahren werden, da die technischen Prozesse einen bestimmten Wärmebedarf voraussetzen. Regeltechnik ist für die OMV nichts Neues, allerdings: „Stromerzeugung aus fossiler Energie ist linear. Neu ist für uns, mit den starken Schwankungen innerhalb sehr kurzer Zeiträume umzugehen. Wir lernen jeden Tag dazu“, sagt Oswald. Ob diese Erfahrungen künftig auch außerhalb des betriebseigenen Netzes werden? Oswald lächelt geheimnisvoll: „Wer weiß, was noch kommt.“

Eines ist für Oswald aber klar: „Ein stabiles Energieprodukt wie Öl oder Gas oder auch Speicherkraftwerke sind immens wichtig als Fundament für eine stabile Energieerzeugung.“ Fläche für weitere Sonnenstromprojekte gäbe es im Nahbereich jedenfalls genug.