Trottoir musste weg: Hausbesitzer tobt

Ein Mann ließ Arbeiten am Gehsteig von Fachfirma vornehmen, die er sich selbst aussuchte. Das akzeptierte die Gemeinde Schönkirchen-Reyersdorf nicht.

Erstellt am 24. November 2021 | 04:58
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Im Oktober neu gemacht, im November wieder weggerissen – die Arbeiten an der Einfahrt entzweien Eigentümer und Gemeinde.
Foto: privat

Darf ein Hausbesitzer auf seine Kosten Arbeiten am Gehsteig durchführen lassen, damit er seine Einfahrt nützen kann? Diese Frage und noch weitere treiben Hausbesitzer S. M. und die Gemeinde seit Monaten um. Die Gemeinde sagt nein, der Hausbesitzer verweist auf Vorgespräche. Fakt: Der neu errichtete Gehsteig muss weg und durch eine von der Gemeinde approbierte Firma neu errichtet werden.

Es war schon im Mai 2019, dass S. M. sein Fahrzeug am Gehsteig vor seinem Haus abstellte, um seinen Einkauf und sein Kind ins Haus zu bringen. Ein Passant belehrte den Hausbesitzer, dass dies nicht erlaubt sei. Eine wortreiche Diskussion und später beschloss S. M., eine Einfahrt zu errichten. Dazu müssen die Randsteine umgelegt werden – und damit begannen die Schwierigkeiten.

„Man sagte mir, das sei kein Problem“

S. M. zur NÖN: „Eine Rückfrage bei der Gemeinde ergab, das sei kein Problem. Ich könne auch eine eigene Fachfirma beauftragen.“ Im August des Vorjahres schritt S. M. zur Tat und informierte die Gemeinde vorab vom Beginn der Arbeiten. „Plötzlich hieß es, ich müsse eine Firma beauftragen, die für die Gemeinde Bauarbeiten erledigt. Ich habe dann sofort Kontakt aufgenommen“, schildert S. M.

Es sei viele Monate nichts geschehen, S. M. wollte das erledigen. Er beauftragte daraufhin seinerseits ein Unternehmen, die Arbeiten wurden begonnen. Für ÖVP-Bürgermeister Alexander Gary stellt sich das anders dar: „Mir wurde nach Rückfrage bei unserem Kontraktpartner mitgeteilt, dass das Angebot bereits seit April 2021 vorlag, dieses allerdings nie beauftragt wurde.“

Bei einem Lokalaugenschein sei der Eigentümer darauf hingewiesen worden, dass weder eine Aufgrabungsgenehmigung und auch eine Bewilligung nach § 90 StVO vorliegen und die Arbeiten unverzüglich eingestellt werden müssen. „Das ist nicht passiert“, so Gary. Es folgte die Anordnung, die Einbauten zu entfernen. Wie Gary weiter ausführt, seien die Schrägbausteine nicht in einem frost- und tausalzbeständigen Beton versetzt worden.

Mittlerweile wurden der von S. M. zuerst beauftragte Gehsteig und die Randsteine weggerissen und durch eine andere Firma neu errichtet. „Der Vorarbeiter sagte mir, das war unnötig. Die andere Firma habe das perfekt gemacht“, ist S. M. empört.