LFS Obersiebenbrunn ist jetzt auch „Bio“. Am Schulbetrieb in Obersiebenbrunn werden 40 Prozent der Felder unter ökologischen Kriterien, die restlichen 60 Prozent weiter konventionell bewirtschaftet.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 18. Oktober 2020 (04:23)
Schüler Alexander Kianek, Direktor Gerhard Breuer, Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Schülerin Katharina Neuhauser und Versuchsleiter Arno Kastelliz (v.l.).
Mück

An der Landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) Obersiebenbrunn sind seit Kurzem die biologische und die konventionelle Landwirtschaft unter einem Dach. Am Schulbetrieb werden 40 Prozent der Felder unter ökologischen Kriterien, die restlichen 60 Prozent weiterhin konventionell bewirtschaftet.

„Insbesondere in den nordöstlichen Ackerbauregionen Niederösterreichs entscheiden sich immer mehr landwirtschaftliche Betriebe, auf ‚Bio‘ umzusteigen. Daher ist die teilweise Umstellung des Lehr- und Versuchsbetriebes der LFS Obersiebenbrunn ein wichtiger Schritt, um auch die künftigen Hofübernehmer mit der biologischen Wirtschaftsweise vertraut zu machen“, betont VP-Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister: „Die Schüler können sich somit über die Vor- und Nachteile des jeweiligen Bewirtschaftungssystems ihr Urteil bilden, um es künftig am eigenen Betrieb umzusetzen.“

„Die Zweiteilung der Schulwirtschaft war nur mit einer Sondergenehmigung möglich, weil wir ein Lehr- und Versuchsbetrieb sind."Direktor Gerhard Breuer

„Die Zweiteilung der Schulwirtschaft war nur mit einer Sondergenehmigung möglich, weil wir ein Lehr- und Versuchsbetrieb sind. Üblicherweise muss sich ein Betrieb für die biologische oder die konventionelle Landwirtschaft entscheiden“, betont Direktor Gerhard Breuer. „Für die umfassende Ausbildung der jungen Bauerngeneration ist es von Vorteil, beide Bewirtschaftungsweisen in der Praxis präsentieren zu können. Die Schüler sind im Rahmen des praktischen Unterrichts am Feld und Acker sowie auf der Weide im Einsatz und können dabei wertvolles Know-how erwerben und eigene Erfahrungen sammeln“, so Breuer weiter.

„Bislang haben wir mit der biologischen Kreislaufwirtschaft an der LFS Obersiebenbrunn sehr gute Erfahrungen gemacht. Dank der biologischen Tierhaltung auf Stroh steht ausreichend Mist als natürlicher Dünger zur Verfügung, was für die Bodenfruchtbarkeit und das intakte Bodenleben von Vorteil ist“, betont Versuchsleiter Arno Kastelliz. „Momentan wachsen auf der Biofläche Erdäpfel, Mais, Gerste, Weizen und Luzerne, die gegebenenfalls auch bewässert werden können. Zudem laufen hier auch Sortenversuche in Zusammenarbeit mit der Saatzucht Edelhof“, ergänzt Kastelliz.

Der Trend zur biologischen Landwirtschaft hält in Österreich an. So liegt der Anteil der biologisch bewirtschafteten Fläche bei rund 25 Prozent. Jeder fünfte Betrieb ist bereits ein Biobetrieb.