Groß-Enzersdorfer NEOS wollen Schulreform. Der Groß-Enzersdorfer NEOS-Chef Reinhard Wachmann zeigt sich in der Diskussion über Gymnasium und Gesamtschule von einer „gemeinsamen Schule mit Vielfalt“ überzeugt.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 09. April 2021 (04:16)
Während die AHS (Foto) überquillt, hat die Mittelschule mit Schülerschwund zu kämpfen.
Kremsmayer

Die ideologische Diskussion über AHS und Gesamtschule habe Österreich in einen Irrweg gebracht, zeigt sich der Groß-Enzersdorfer NEOS-Chef Reinhard Wachmann überzeugt: „Ich bin für eine gemeinsame Schule mit Vielfalt“. Es gehe auch darum, die Schulautonomie zu stärken.

So brachte Wachmann bei der letzten Gemeinderatssitzung mithilfe eines Dringlichkeitsantrages eine Resolution ein, die – ein bisschen verwirrend – auch ein weiteres Unterstufengymnasium einforderte: „Der hohe Andrang an die Unterstufen der Gymnasien im Bezirk Gänserndorf ist bereits seit Jahren ein wiederkehrendes Thema. In diesem Jahr sind die Anmeldungen besonders hoch, nur knapp zwei Drittel der angemeldeten Schüler finden aktuell auch einen Platz.

Um den Andrang an den Gymnasien zu bewältigen, wurden die Aufnahmekriterien verschärft. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sei eine Positionierung gegenüber den zuständigen Behörden dringend erforderlich.

„In Gemeinden, der vor allem durch Jungfamilien geprägt ist, ist eine Verringerung der Nachfrage in den nächsten Jahrzehnten nicht zu erwarten“, meint Wachmann. Das Fehlen eines „Gesamtschulsystems“ – der gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen – verschärfe diese Situation.

Gesamtschule bietet Chancengerechtigkeit

„Die Gesamtschule bietet Chancengerechtigkeit, stärkt die Mittelschulen und hilft gesellschaftliche Unterschiede auszugleichen“, so der NEOS-Text. Letztlich wurde die Resolution gegen die Stimmen der ÖVP beschlossen, der Gemeinderat werde sich „für die zeitnahe Integration der Neuen Mittelschulen im Bezirk für ein Gesamtschulsystem“ aussprechen.