Hallen stehen im Bezirk Gänserndorf für Clubs offen. Vom Schuldirektor über den Schulwart bis zum Bürgermeister und oft wieder retour – der Weg zu einem geöffneten Turnsaal ist für Sportvereine oft ein langer und beschwerlicher. Dabei zeigt eine Studie der Sportunion, dass Bedarf an zusätzlichen Hallenzeiten besteht. Die NÖN hörte sich in der Region um.

Von Manuel Mattes und Sandra Frank. Erstellt am 11. September 2019 (04:20)
Mattes
Der neue Volksschulturnsaal in Gänserndorf-Süd bietet den Tischtennis-Spielern ausreichend Platz.

Die Nutzung der Schulturnsäle durch Sportvereine ist im Bezirk seit Jahrzehnten gelebte Praxis: Vor wenigen Monaten schlug beispielsweise der Tischtennisverein der Union Raiffeisenbank Gänserndorf seine Zelte im Turnsaal der neuen Volksschule Gänserndorf-Süd auf. Zuvor hatte man das alte Unionsgebäude in der Siebenbrunner Straße genutzt. Die neue Halle spielt alle nur erdenklichen Stückerl. Bis zu zwölf Tische können gleichzeitig aufgestellt werden, was die Ausrichtung von überregionalen Turnieren wesentlich erleichtert.

Sektionsleiter Christian Zernpfennig erklärt im NÖN-Gespräch: „Der direkte Kontakt zu den Schülern ist ein sehr großer Vorteil. Durch die ökologische Bauweise ist die neue Halle natürlich auch in Bezug auf das Raumklima sehr effizient und angenehm.“ Kann auch in den Ferien trainiert werden? „Da im Sommer keine Meisterschaft stattfindet und Urlaubszeit ist, können die Zeiten in Absprache mit der Gemeinde als Vermieter unkompliziert angepasst werden, was in weiterer Folge natürlich auch eine entsprechende finanzielle Reduzierung der Mietkosten nach sich zieht“, so Zernpfennig weiter.

NÖN
VP-Bürger-meister René Lobner: „Vereine müssen Schulen nutzen können.“

„Zum Glück gibt es mit den Gänserndorfer Volksschulen ein sehr gutes Einvernehmen“, berichtet Wolfgang Lehner, Manager des SV Gymnastics. Auch am Wochenende und in den Ferien dürfen die Turnsäle genutzt werden. Besonders wichtig sei dies für die Wettkampfgruppen, etwa die Kunstturner. Hier stehen die ersten Wettkämpfe bereits im Herbst an. „Wenn wir nicht schon im August trainieren könnten, dann würde es gar nicht gehen, dass wir daran teilnehmen“, erzählt Lehner. „Wir hatten immer sehr sportinteressierte Politiker“, so der Manager weiter.

Wie klappt’s mit der Reinigung? „Dafür ist während des Jahres die Stadtgemeinde Gänserndorf zuständig.“ Aber wenn das Reinigungspersonal auf Urlaub ist, „dann übernehmen wir das, das ist kein Thema“. Der SV Gymnastics ist mit dem Platzangebot sehr zufrieden. „Mehr kann es natürlich immer sein“, erzählt Lehner schmunzelnd. Die Vereine werden mehr und „zum Glück“, wie Lehner meint, auch die Kinder, die sportlich aktiv sein wollen.

VP-Bürgermeister René Lobner meint: „Es wäre ja ein Wahnsinn, wenn wir die Turnsäle nicht für alle zugänglich machen würden.“ Darum wurden die Sportstätten so gebaut, dass sie von Vereinen mitgenutzt werden können. „Wir sind nahezu ausgelastet“, so das Resümee des Stadtchefs.

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