Querte ein Wolf den Bezirk Gänserndorf?. Handyfotos zeigen Isegrim auf Feldern und Landstraße. Jäger halten Sichtung durchaus für realistisch. Eine Gefahr für den Menschen geht vom Tier laut Waidmännern nicht aus.

Von Michael Pfabigan und Edith Mauritsch. Erstellt am 22. Juli 2020 (03:48)
Bilder wie diese kursieren derzeit in den sozialen Medien. Manche wollen sich nicht festlegen. Der Groß-Schweinbarther Jäger Josef Köpf sagt klar: „Das ist ein Wolf!“
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„Es könnte sein, ich will mich aber nicht festlegen“, sagt Mistelbachs Bezirksjägermeister Christian Oberenzer: Zwischen Gaweinstal, Klein-Harras und Hohenruppersdorf soll kürzlich ein Wolf gesichtet worden sein. Handyfotos zeigen ihn auf der Landstraße dahintrabend und über Felder laufend.

„Auf den ersten Fotos, die ich gesehen habe, hätte ich das Tier eher für einen Schäferhund gehalten“, sagt Oberenzer, auf anderen Bildern sieht es dann einem Wolf schon eher ähnlich. Auch der Wolfbeauftragte des Landes hält das nicht für unwahrscheinlich. Gaweinstals Hegeringleiter Christian Gepperth hatte die Bilder an das Wildforschungsinstitut der Vetmed geschickt – auch dort hielt man es für möglich, dass sich da ein Wolf durch das Weinviertel bewegt. Ziemlich sicher ist sich Groß-Schweinbarths VP-Mandatar und Jäger Josef Köpf: „Das ist ein Wolf“, so sein überzeugtes Statement.

Derzeit gehen die Bilder auf den sozialen Medien viral: Man solle bei einer Sichtung das Wolfcenter Ernstbrunn rufen, heißt es in einem Aufruf auf Facebook: Fachkräfte würden ihn betäuben, untersuchen, besendern und umsiedeln. Und: Man solle auf keinen Fall die Jäger rufen, die würden ihn nur abschießen. „Das wäre dann medialer Selbstmord der Jägerschaft“, weiß Oberenzer. Er bestätigt: „Das wolfähnliche Tier wurde zuerst in Klein-Harras und dann in Gaweinstal (Bezirk Mistelbach) gesehen, seither gibt es keine Sichtung.“ Und: Es gibt noch keine aufgefundenen Risse des Tieres. „Das hat aber nicht viel zu sagen. Wenn er einen Hasen gerissen hat und den im Kukuruz- oder Kornfeld gefressen hat, finden wir die Überreste nicht“, sagt Oberenzer.

„Wenn das tatsächlich ein Wolf war, dann war es ein einzelnes Jungtier, das durch das Weinviertel gezogen ist. Ich glaube nicht, dass der überhaupt noch da ist“, ergänzt Gepperth.

Muss man sich Sorgen machen, wenn man sich außerhalb der Ortschaften aufhält? „Nein“, sagen die Jäger. Gesunde Tiere würden den Menschen meiden.