Handball: Langenlois/Krems kurz vor Bundesliga-Aufstieg. Die Spielgemeinschaft gewann das Hinspiel des Niederösterreich-Duells um einen Platz in der HLA 2 in Gänserndorf mit 14 Toren Vorsprung. Das Rückspiel am Sonntag ist nur noch Formsache.

Von David Aichinger. Erstellt am 05. Juni 2021 (08:23)

Endlich wieder Handball, endlich die Möglichkeit, die umgebaute Halle einzuweihen, und dann gleich mit einem so wichtigen Spiel - die Bühne war in Gänserndorf am Freitag angerichtet. Personell mobilisierten die Gastgeber für das Niederösterreich-Duell um einen Platz in der aufgestockten Spusu Challenge (= Bundesliga) alles, was ging. So feierte Gregor Scharmitzer nach mehrjähriger Verletzungs-Odyssee ein Comeback, während Sommer-Neuzugang und Spielmacher Johann Gangel endlich sein erstes Spiel für den UHC bestritt. Die jungen Gäste wiederum hatten mehrere Spieler an Bord, die bereits für Krems in der HLA aufliefen.

Dass es tatsächlich um etwas ging, war von Anfang an zu spüren, am Feld, auf den Bänken, und auf der - trotz Maskenpflicht - ordentlich besetzten Tribüne. Doch das Spiel sorgte relativ schnell dafür, dieses spezielle Kitzeln abzudrehen. Gänserndorf ging zwar 1:0 in Führung und glich nach fünf Minuten nochmal zum 3:3 aus, mit mehreren Alutreffern begann aber bald eine zehnminütige Phase ohne Tor für die Heimischen. Auf der anderen Seite des Feldes wirbelten die jungen Gäste immer wieder durch die blaue Deckung, begeisterten mit einem Flieger- und später einem Wuzzler-Tor, ließen sich auch durch Härte der kräftigeren Gänserndorfer nicht stoppen. Mit 16:9 ging es in Hälfte zwei.

36:22 lässt keine Zweifel offen

Die Seiten wurden zu Beginn dieser coronabedingt nicht gewechselt, und auch sonst blieb im Prinzip alles wie gehabt. Langenlois/Krems wirbelte, die Männer in blau waren der Beweglichkeit und Geschwindigkeit nicht gewachsen. Vor allem Maximilian Schwanzer - einer von drei 2004er-Jahrgängen bei den Gästen - drückte der Partie gegen Ende als Spielmacher seinen Stempel auf. Auf Gänserndorfer Seite stemmten sich am Schluss vor allem Scharmitzer und Martin Toth mit ihren Toren nochmal gegen die Abfuhr - erfolglos, die Gäste siegten letztlich 36:22.

Das Rückspiel am Sonntag (18 Uhr, Krems) ist damit nur noch Formsache, der NÖ-Platz in der nächstjährigen HLA 2 wird an Langenlois/Krems gehen.

Stimmen der Trainer

Gänserndorf-Trainer Pavel Franko ...

... zur Ausgangslage vor dem Spiel: "Unser Ziel war, es für sie trotz ihrer Favoritenrolle schwierig zu machen, aber sie waren einfach besser, schneller, aggressiver, wurfsicherer - alles Attribute, die wir nur mit Trainingseinheiten erreichen können. Und wir haben nur zwei Wochen wirklich trainiert. Aber wir haben uns sehr gefreut, dass wir diese Chance bekommen haben. Für uns ist diese Serie schon Vorbereitung für die nächste Saison. Wir haben einen guten Kader, und wenn wir das ganze Jahr trainieren und Kräfte haben, können wir mehr mitziehen. Heute haben wir es nur am Anfang geschafft, dann war allen sehr schnell klar, dass sie hier die bessere Mannschaft sind."

... zum zweiten Spiel am Sonntag: "Keine Frage, es ist vorbei. Unser Gegner war heute besser und wir können nur gratulieren. Sie werden nächstes Jahr in der HLA 2 spielen."

Langenlois/Krems-Trainer Jörg Merten ...

... zur herausfordernden Vorbereitung auf ein so wichtiges, erstes Pflichtspiel: "Die Herausforderung war schon sehr groß, weil wir unbedingt aufsteigen wollen. Man kann fast von müssen reden, weil wir das unserer Jugend einfach schulden und für sie unbedingt eine zweite Ebene in der Bundesliga aufmachen wollen. Gänserndorf war trotzdem eine große Unbekannte. Wir hatten nur ein Video von ihnen von der zweiten Cuprunde im Oktober. Wir haben aber gewusst, dass sie alles versuchen werden und es sehr hart für uns wird, weil wir doch junge Spieler haben, die vielleicht diesen Männerhandball noch nicht gewohnt sind. Aber sie haben das ganz toll gemacht."

... zu einem Vorteil seiner Mannschaft: "Man muss fairerweise sagen, dass wir eigentlich durchtrainiert haben, und viele Spieler spielen bei der Ersten mit oder dürfen dort mittrainieren. Man darf aber auch nicht vergessen, dass bei uns drei Spieler aus dem Jahrgang 2004 dabei waren, die sicher (jeweils) 20 Minuten gespielt haben."

... zur Ausgangslage für Sonntag im Gesamtvergleich: "Es ist noch nicht vorbei, aber ein sehr großer Schritt in die richtige Richtung gemacht worden. Wir werden morgen (Samstag, Anm.) ganz normal trainieren. Nicht sehr ausschweifend, aber ich mag nicht heute den Sack zumachen, und mir am Sonntag überlegen, ob das vielleicht ein Blödsinn war."

Statistik

UHC ROHRINGER AUTOMOTIVE GÄNSERNDORF - SG UHK ERBER KREMS/USV LANGENLOIS 22:36 (9:16).

Gänserndorf: Rene Ofcarovic, Kamien, Prager; Firit (5), Tomas Ofcarovic (6), Scharmitzer (4), Schmid, Balaz, Felix Müller, Aichinger, Gangel (2), Zver, Washüttl, Martin Toth (4), Schramel, Philipp Freitag (1).

Krems/Langenlois: Fabry, Eichler, Deifl; Stiglitz (3), Röthig (1), Schwanzer (2), Neumaier (1), Auß (4), Lippitsch (9), Beron (2), Rudischer (6), Ebner, Walzer (2), Alkic (1), Nikolic (3), Hummel (2).