Aufregung über Tierhaltung: Hunde abgeholt. Tierhaltung des Vereins D.E.E.P. in Spannberg stieß auf Kritik. Fünf Vierbeiner wurden an Dechanthof übergeben.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 17. Oktober 2020 (04:15)
Diese fünf Fellnasen wurden vom Tierheim Dechanthof abgeholt. Der Verein D.E.E.P. soll nun bis Ende des Jahres aufgelöst werden.
Tierheim Dechanthof

Seit dem Frühjahr laufen die Anrainer Sturm gegen die Hundehaltung auf dem Grundstück des Vereins D.E.E.P. („Die Engel Einsamer Pfoten“). Gemeinde, Bezirkshauptmannschaft und Amtstierärztin wurden mobilisiert (die NÖN berichtete). Zwischenzeitlich wurden fünf Hunde vom Tierheim Dechanthof übernommen. Von dort erreichte die NÖN nun ein Spendenaufruf.

VP-Gemeinderat Christian Seidlberger war einer der treibenden Kräfte in der Sache. „Fünf Hunde wurden vom Dechanthof abgeholt. Sie wurden über den Zaun übergeben, hinein durften die Tierheim-Mitarbeiter nicht“, so der Mandatar. Bobby, Odin, Maya, Karli und Sally heißen die Fellnasen. Die Beurteilung des Dechanthofes über deren Zustand liest sich wie folgt: Die Junghunde sind nicht leinenführig, nicht an den Umgang mit fremden Menschen gewohnt und reagieren teilweise panisch bei Berührungen. Sie wiesen mehrere Bissverletzungen auf und litten unter starkem Parasitenbefall.

Tierheim Dechanthof startete Spendenaufruf

Die NÖN erreichte – wie bereits erwähnt – auch ein Spendenaufruf des Dechanthofes. Laut deren Angabe konnte vom Besitzer kein Kostenersatz geleistet werden. Völlig Gegenteiliges liest man auf der Facebook-Seite von D.E.E.P., dem Besitzer der abgenommenen Hunde, der als gemeinnütziger Verein auftritt. In einem Eintrag vom 21. September werden Pflegestellen gesucht, Kosten und Verpflegung werden laut D.E.E.P. übernommen.

Die NÖN sprach mit Riccardo und Richard Kubisch, den Betreibern des Vereins: „Uns wurde bis Ende September Zeit gegeben, die Hunde zu kastrieren und abzugeben. In einer Nacht- und Nebelaktion wurden uns die Tiere abgenommen – vor der vereinbarten Zeit. Futter haben wir angeboten, dieses Angebot wurde aber ausgeschlagen. Wieso sollen wir jetzt etwas zahlen?“, so die Kubischs.

Angeblich werden derzeit nur mehr vier private Hunde gehalten. „Wir fühlen uns ungerecht behandelt. Hier wird Hetze betrieben“, zeigten sich die beiden erbost. Die Auflage der Bezirkshauptmannschaft, den Verein bis Ende 2020 aufzulösen, möchten sie nicht hinnehmen.