Ortschef am Wort: „Wind gegen Atomstrom“. VP-Bürgermeister Herbert Stipanitz argumentiert für den Ausbau der Windenergie – dieser würde auch Geld in die Gemeindekassa spülen.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 12. Januar 2019 (05:06)
Mauritsch
Die Windkraft beschäftigt den Ort seit vielen Monaten.

Das Thema neue Windkraftanlagen beschäftigt Gemeinde und Bewohner schon seit Monaten. Die Bürgerinitiative „Gruppe zur Erhaltung des Naherholungsgebietes Neusiedler Wald“ setzt sich vehement gegen die Errichtung von neuen Anlagen zur Wehr. Nun hat sich VP-Bürgermeister Herbert Stipanitz mit einer Aussendung an die NÖN gewandt.

„Der Windkraftausbau in Spannberg und im gesamten Weinviertel ist eine Strategie gegen die Verwendung von Atomkraft in Österreich. Derzeit werden rund 30 % des Strombedarfes importiert“, führt der Ortschef ein gewichtiges Argument ins Treffen. Es gibt wohl wenige, die Atomstrom befürworten. Einer Mitteilung der IG Windkraft zufolge liegt der Anteil bei bis zu 16 %. Die E-Control Austria sieht das differenzierter und verweist auf die sogenannten Herkunftsnachweise der einzelnen Stromlieferenten, mit denen die Herkunft des Stroms dem Endkunden belegt werden muss.

Der Menge an importiertem Strom vom rund 30 % stellt die E-Control die Exporte gegenüber, netto verbleibt damit ein Import von rund 15 % des österreichischen Bedarfes. Ein weiteres Argument des Bürgermeisters ist der finanzielle Nutzen für den Ort: „Jedes Windrad bringt jährlich rund 23.000 Euro für das Gemeindebudget. Durch die Indexsicherung werden sich bis 2045 daraus viele Millionen für kommunale Infrastrukturprojekte ergeben.“ Ein Verzicht auf die Einnahmen ginge bei nötigen Investitionen deutlich stärker zulasten der Bürger.

„Erstmals Verzicht auf blinkendes Rotlicht“

Dritter Argumentationspunkt sind die roten „Blinklichter“, die als störend empfunden werden. Hier verspricht Stipanitz eine Neuerung: „Erstmals wird auf das permanent blinkende Rotlicht verzichtet. Stattdessen wird nur noch anlassbezogen bei Flugverkehr eine Beleuchtung stattfinden.“ Dem Vorwurf der Bürgerinitiative, den Neusiedler Wald als Erholungsgebiet zu zerstören, hält Stipanitz entgegen, dass es keine Windräder im Wald geben wird: „Das ist vom Tisch und dafür verbürge ich mich.“

Stipanitz verweist darauf, dass es vielen Bürgern mit ihrer Unterschrift für die Bürgerinitiative mehr um den Wunsch zur Mitgestaltung in der lokalen Politik gehe. Es sei ihm an einer breiten Akzeptanz der Entwicklung gelegen. Bis zum Abstimmungstermin am 20. Jänner wird es eine Reihe von Informationsveranstaltungen geben, so am 9. Jänner um 19 Uhr im Pfarrstadl, diese und nächste Woche jeweils Dienstag und Donnerstag Sprechstunden. Es ist davon auszugehen, dass sowohl seitens der Gemeinde als auch der Bürgerinitiative Aussendungen verteilt werden.