Raika-Feier: Nahe an den Bürgern. Die Bankstelle Spannberg beging ihren 125. Geburtstag. Die Festredner betonten dabei die Stärken des Geldinstituts, etwa den engen Kontakt zur Bevölkerung.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 30. August 2019 (04:33)
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VP-Bürgermeister Herbert Stipanitz, Raiffeisen-Obmann Christian Resch und Erwin Hameseder, Obmann der Raiffeisen-Holding NÖ Wien, feierten mit Funktionären, Mitarbeitern und den Spannbergern den 125. Geburtstag der Bankstelle Spannberg.
Szeker

Seit 125 Jahren ist die Raiffeisen-Bankstelle in Spannberg Teil der Gemeinde, das wurde am Sonntag im Pfarrstadl gefeiert. Viel hat sich seither verändert, doch die Nähe zur Bevölkerung möchte die Bankenfamilie auch im Angesicht von Digitalisierung und Kostendruck bewahren. Als Bestätigung für diese Nähe kann auf 50 Prozent aller Bankstellen in Niederösterreich verwiesen werden, die Raiffeisen gehören.

„Ich möchte der Hoffnung Ausdruck geben, dass unsere Bankstelle weitere 125 Jahre Bestand hat“, hebt VP-Bürgermeister Herbert Stipanitz bei der Feier hervor. Für das Fest hat die Geschichtegruppe „Wichtig was“ eine Broschüre erstellt. Darin ist die reichhaltige Historie der Raiffeisen und im Besonderen der Bankstelle in Spannberg dokumentiert. So konnten die Mitglieder von „Wichtig was“ alte Sparbücher – eines aus dem Jahr 1912 – organisieren. Auf diesen ist noch ein Bienenkorb zu sehen und auch im Raiffeisen-Logo waren einst Bienen abgebildet – sie standen für den Fleiß.

Links in dem Gebäude war die Raika angesiedelt. Das Foto zeigt eine Ansichtskarte aus den 1910er- oder 1920er-Jahren.
Wolfgang Rohr

Das Logo hat sich dann zwar geändert und bildet heute die bekannten, gekreuzten Pferdeköpfe auf gelbem Hintergrund ab, aber fleißig sieht man sich in der Bank nach wie vor. „Zeitlos leistungsfähig“ sei das Modell der Raiffeisen, sagt Obmann Christian Resch aus Mistelbach in seiner Ansprache. Das Fest stehe symbolisch für die Ideen der Bankenfamilie.

Erwin Hameseder hat seine Position an der Spitze dieses Verbandes gefunden, er ist Obmann der Raiffeisen-Holding NÖ Wien und Aufsichtsratsvorsitzender der Raiffeisenbank International. In seiner Festrede betonte er, dass es nicht viele Unternehmen gebe, die so lange wie die Raiffeisen erfolgreich arbeiten.

Besonders viel Aktivität herrschte in der Firmengeschichte im östlichen Weinviertel. Hier wurden sehr viele Bankstellen gegründet. Überhaupt: „Niederösterreich war stets Vorreiter für die Verbreitung der Raiffeisen-Idee“, sagt Hameseder. Die Zukunft hält jedoch einige Herausforderungen für Raiffeisen bereit: Hameseder prognostiziert, dass die Genossenschaftsgebiete zu größeren Einheiten zusammenwachsen werden.

Google und Amazon steigen in Geschäft ein

Das liegt etwa am Kostendruck in der Branche, der Bündelungen von Tätigkeiten erforderlich macht. „Den Vertrieb können wir nicht bündeln“, versichert Hameseder allerdings, denn die Nähe zur Bevölkerung soll Markenzeichen bleiben.

Die Digitalisierung wird Raiffeisen ebenfalls fordern, denn Großkonzerne wie Amazon oder Google steigen ins Bankgeschäft ein. Sie seien „Rosinenpicker“, so Hameseder.