„Statt Blumen gab’s Hasch vom Kavalier“. „Stellen Sie sich bei Dates immer mit Drogengeschenken ein?“, nimmt Strafrichterin einen Weinviertler (28) ins Gebet.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 01. November 2016 (09:56)
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Symbolbild

„Ich bin viel unterwegs und chatte mit mehreren Personen“, schildert ein 28-Jähriger aus dem Bezirk. „Und bei persönlichen Kontakten stellen Sie sich dann mit Drogengeschenken ein?“, unterbricht Richterin Anna Wiesflecker seinen Wortschwall.

"Kannte ihr Alter nicht"

Der renommierte Verteidiger Werner Tomanek erkämpfte eine Bewährungsstrafe.
Hahslinger

Verteidiger Werner Tomanek springt für seinen Mandanten ein und weist ironisch auf den Zeitgeist hin: „Heute überreicht der Kavalier nicht Blumen, sondern überlässt der Angebeteten Hasch.“

Ja, er habe der Internetbekanntschaft nach dem persönlichen Kennenlernen öfters Cannabis überlassen: „Erst kannte ich ihr Alter nicht. Als ich dann wusste, dass sie noch eine Schülerin ist, habe ich den Kontakt sofort abgebrochen“, beteuert er.

Dies klingt lahm, als die zierliche 15-Jährige aus dem Bezirk Gänserndorf mit Zahnspange in den Zeugenstand tritt. Richterlicher Kommentar: „Eine Minderjährige, das kann man doch auf den ersten Blick erkennen.“

Zu Bewährungsstrafe verurteilt

„Die Mädchen sehen in der Nacht anders aus als morgens im Verhandlungssaal“, merkt der Verteidiger an. Der Beschuldigte ereifert sich: „Wer kommt auf die Idee, dass eine 15-Jährige mit älteren Personen um Mitternacht herumrennt.“ Er wird wegen Drogenerwerbs, Konsums und Weitergabe zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt. Rechtskräftig.